HNA Group-Logo auf einem Monitor durch eine Lupe gesehen
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Deutsche-Bank-Großaktionär HNA warnt Gläubiger Das 2,4-Milliarden-Dollar-Loch

Stand: 30.01.2018, 11:21 Uhr

Kann sich Deutsche-Bank-Großaktionär HNA noch über Wasser halten? Der chinesische Investor warnt vor einem möglichen Milliarden-Engpass. Da sorgt man sich auch bei der Deutschen Bank.

Der chinesische Mischkonzern HNA ist der größte Anteilseigner der Deutschen Bank. Und ausgerechnet er soll jetzt seine Kreditgeber über einen möglichen Liquiditätsengpass von mindestens 2,4 Milliarden Dollar in Kenntnis gesetzt haben, wie die Agentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf nicht genannte Quellen berichtete. Der Engpass könnte im ersten Quartal auftreten, weil Rückzahlungen fällig würden, hieß es. HNA will sich nicht zu dem Bericht äußern.

Ein Insider sagte Bloomberg zufolge, im ersten Quartal müsse HNA mehr als zehn Milliarden Dollar Schulden zurückzahlen. Im zweiten Quartal würde sich die Lage aber mit Hilfe von Veräußerungen voraussichtlich wieder entspannen.

Deutsche Bank im Sog

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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An der Börse sorgt das für Aufregung. Aktien der Deutschen Bank gehören mit annähernd zwei Prozent Kursminus zu den schwächsten Werten im Leitindex Dax.

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B5 Börse 14.21 Uhr: Insider - HNA will Swissport versilbern

Der Bericht wecke abermals Sorgen, HNA könnte sich von Beteiligungen trennen, um sich Geld zu beschaffen, erklärte ein Händler. Nach letztem Stand hält HNA knapp unter zehn Prozent der Anteile an der Deutschen Bank.

Unter Verdacht

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Börse 16.00 Uhr: Deutsche Bank - Unklarheiten beim chinesischen Großaktionär HNA

HNA steht schon länger unter Beobachtung der Finanzmärkte. Das chinesische Konglomerat ist nach milliardenschweren Zukäufen hoch verschuldet. Anfang Januar hatte ein Medienbericht Anleger verunsichert, derzufolge einige Töchter des chinesischen Mischkonzerns fällige Zahlungen an ihre Banken verpasst hätten. Drei Kreditinstitute in China hätten daraufhin einige nicht genutzte Kreditlinien eingefroren, hatte Bloomberg unter Berufung auf eingeweihte Personen damals geschrieben.

HNA hatte vor einigen Tagen bereits vor einem finanziellen Engpass gewarnt. Das Liquiditätsproblem sei entstanden, weil das Unternehmen eine große Zahl von Fusionen zu bewältigen gehabt habe, hatte Firmenchef Chen im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters eingeräumt.

Der Konzern ist auch wegen seiner undurchsichtigen Eigentümerstruktur ins Visier der Behörden geraten. Etwa die Hälfte der börsennotierten Beteiligungen sind wegen erwarteter Mitteilungen zu Umstrukturierungen vom Handel ausgesetzt.

bs