Chinesische Flagge spiegelt sich in den Deutsche Bank Türmen

Staatsfonds hat angeblich Interesse Deutsche Bank: Großaktionär China?

Stand: 13.09.2018, 08:47 Uhr

Der chinesische Mischkonzern HNA hat Schulden und muss seinen Anteil an der Deutschen Bank verkaufen. Dafür einspringen könnte ein chinesischer Staatsfonds.

HNA habe deshalb Kontakt mit dem Staatsfonds China Investment Corporation (CIC) aufgenommen, ebenso mit den Finanzkonzernen Citic Group, China Merchants Group und China Everbright Group, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Hinter diesen Gruppen steht die chinesische Regierung und damit die Kommunistische Partei. Laut der Zeitung habe CIC Interesse bekundet, die Anteile von HNA zu übernehmen.

HNA soll auf Geheiß Pekings alle seine Deutsche-Bank-Aktien abstoßen, um sich stattdessen auf das Geschäft mit der Luftfahrt zu konzentrieren. Bereits im April hatte HNA die Beteiligung an Deutschlands größtem Geldhaus auf weniger als acht Prozent reduziert. Zuletzt lag er laut aktuellen Angaben der Deutschen Bank noch bei rund 7,6 Prozent.

Wie reagiert die Bundesregierung?

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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HNA war Anfang vergangenen Jahres zum Hauptaktionär der Deutschen Bank aufgestiegen, vor dem Vermögensverwalter Blackrock und dem Emirat Katar. Die Chinesen hatten in den vergangenen Jahren im großen Stil Firmen und Immobilien zugekauft. Der dabei angehäufte Schuldenberg entpuppt sich nun als immer größeres Problem. Der Konzern arbeitet derzeit daran, die Geldnöte über milliardenschwere Immobilien- und Anteilsverkäufe zu lindern.

Sollte es tatsächlich zu diesem Anteilstausch kommen, stellt sich die Frage, wie die Bundesregierung darauf reagieren wird, schaut sie inzwischen doch genauer auf die Investoren aus China. Im Mai hatte Berlin sogar erstmals die Übernahme eines deutschen Unternehmens durch Chinesen verhindert. Dabei ging es um den nordrhein-westfälischen Maschinenbauer Leifeld Metal Spinning.

Kommt ein deutscher Staatsfonds?

HNA Group-Zentrale

HNA Group-Zentrale. | Bildquelle: picture alliance / Da Qing/Imaginechina / dpa

Der "FAZ" zufolge sind weitere Restriktionen geplant. Danach gibt es Überlegungen im Bundeswirtschaftsministerium, wonach auch Deutschland einen Staatsfonds auflegen könnte, der anstelle von chinesischen Investoren bei deutschen Unternehmen einsteigen könnte.

Derweil vermeldet die Agentur Bloomberg, dass die Deutsche Bank einen Umbau hin zu einer Holdinggesellschaft plane. Die Bank sei von Regulierern ermutigt worden, unter einem Holdingdach drei großteils voneinander unabhängige Standbeine zu schaffen. In der Bank habe diese Idee mittlerweile Anhänger gefunden, da sie das größte deutsche Geldhaus flexibler machen könnte, um Teile zu verkaufen oder mit anderen zusammenzugehen.

lg