Donald Trumps Gesicht spiegelt sich in der Fassade der Deutschen Bank
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Geldwäsche-Skandal und Verkaufsempfehlung Deutsche Bank: Aktie fällt auf Rekordtief

Stand: 20.05.2019, 17:44 Uhr

Die Aktie der Deutschen Bank ist so billig wie noch nie. Hintergrund ist eine Verkaufsempfehlung der Schweizer Bank UBS. Auch im Geldwäsche-Skandal um Donald Trump gibt es verheerende Neuigkeiten.

Die Deutsche-Bank-Aktie rutschte heute im Tagestief bis auf 6,61 Euro ab und fiel damit unter ihr altes Rekordtief von 6,68 Euro von Ende Dezember zurück. Am Ende schloss die Aktie bei 6,64 Euro und gehörte damit zu den größten Tagesverlierern im Dax. Die Schweizer Großbank UBS hat sich in einer aktuellen Analyse kritisch zum größten deutschen Geldhaus geäußert und die Bewertung von "Neutral" auf "Sell" zurückgesetzt.

Das Kursziel sieht die UBS bei 5,70 Euro, also noch deutlich unter dem neuen Rekordtief. Der Gegenwind für das Kreditinstitut halte an, schrieb Analyst Daniele Brupbacher. Strategische Optionen habe die Deutsche Bank nur in begrenztem Maß.

"Ausgemachter Unsinn"

Händler führten die heutigen Kursverluste zudem auf einen Bericht der "New York Times" zurück. Demnach hatten Spezialisten im Kampf gegen Geldwäsche hätten 2016 und 2017 empfohlen, dass über verdächtige Transaktionen bei Firmen von US-Präsident Trump und seinem Schwiegersohn Jared Kushner Bericht erstattet werden sollte. Führungskräfte hätten dies aber abgelehnt.

Bei der Deutschen Bank war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Eine Sprecherin sagte der "New York Times", Mitarbeiter würden nicht davon abgehalten, verdächtige Vorgänge eskalieren zu lassen. Die Deutsche Bank habe ihre Bemühungen im Kampf gegen Finanzkriminalität erhöht. Eine Sprecherin der Trump Organization sagte, der Bericht sei "ausgemachter Unsinn". Von Kushner Companies war zunächst ebenfalls kein Kommentar zu bekommen.

Donald Trump

Donald Trump. | Bildquelle: Imago

Deutsche-Bank-Managern droht Nichtentlastung

Derzeit werden die Finanzen von Trump vom US-Kongress und den Behörden des Bundesstaates New York durchleuchtet. Die Demokraten im US-Repräsentantenhaus fordern von der Deutschen Bank und anderen Geldinstituten Auskunft darüber. Die Deutsche Bank hatte Trump vor seiner Präsidentschaft hohe Kredite gewährt und steht deshalb im Zentrum des Interesses.

Am kommenden Donnerstag wird die Hauptversammlung der Deutschen Bank abgehalten. Vor allem Aufsichtsratschef Paul Achleitner droht bei dem Aktionärstreffen in Frankfurt harsche Kritik der Anteilseigner. Bei der Deutschen Bank ist die Geduld vieler Aktionäre überstrapaziert. Es sei an der Zeit, dass die Anteilseigner Aufsichtsrat und Vorstand für die vielen Jahre mit Strafzahlungen und Imageverlust zur Rechenschaft zögen, meint der Stimmrechtsberater ISS. 

ts