Sorgen um chinesischen Großaktionär Deutsche Bank-Eigner unter der Lupe

Stand: 22.06.2017, 16:02 Uhr

Chinesische Großkonzerne sind schon lange auf Übernahmetour in Europa. Auch bei der Deutschen Bank ist das so. Jetzt schauen die Behörden in China genauer hin und prüfen die Finanzierung. An der Börse sorgt das für Sorgenfalten.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Das Papier des größten deutschen Geldhauses gehört am Nachmittag zu den größten Verlierern im Dax. Dies nachdem Insiderberichte aufgetaucht sind, dass chinesische Behörden die Finanzierung von Übernahmen durch Groß-Investoren prüfen. Auch die Kurse von Thomas Cook, der HN-Hotelkette oder des Betreibers von Duty Free Shops, Dufrey, waren zunächst betroffen.

Im Falle der Deutschen Bank ist das der chinesische HNA-Konzern. Wie aus einer Stimmrechtsmitteilung von Anfang Mai hervorgeht, halten die Chinesen 9,92 Prozent der Anteile und sind damit größter Einzelaktionär der Bank. Damit überflügeln sie auch die Herrscherfamilie von Katar und den Finanzinvestor Blackrock mit knapp sechs Prozent der Anteile.

Angeblich hat die chinesische Bankenaufsicht bei einigen Instituten genauerer Informationen zu den Überanhmen angefordert. Dabei sollen Risiken für das chinesische Finanzsystem ermittelt werden. Die Behörde wollte sich nicht äußern.

HNA & Co. und die Übernahmen

HNA ist ein milliardenschwerer Mischkonzern mit Sitz in Haikou auf der Insel Hainan. Das Unternehmen ist als Dienstleister im Airlines-Geschäft tätig und auch ein großer Flugzeugverleiher. An zahlreichen chinesischen Fluglinien bestehen Beteiligungen. Auch an der spanischen NH Hotel Group ist die Firma im Rahmen ihrer Beteiligungen mit 29 Prozent engagiert.

Andere bekannte Unternehmen aus dem Reich der Mitte sind unter anderem Fosun, bekannt durch die Beteiligungen an der Privatbank Hauck & Aufhäuser sowie der Modekette Tom Tailor. Auch der Versicherer Anbang ist ein milliardenschwerer Investor, der unter anderem das New Yorker Luxushotel Waldorf Astoria gekauft hat.

rm

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