John Cryan

Deutsche Bank: Der Chef spricht Cryan über Boni und Brexit

Stand: 14.01.2018, 13:17 Uhr

Es läuft derzeit nicht besonders gut für die Deutsche Bank. In solchen Momenten sind Worte des Vorsitzenden gefragt. John Cryan äußert sich in einer Zeitung über Wachstumspläne, die Rückkehr zur variablen Vergütung und die Folgen des Brexit.

Trotz des erneuten Verlustes der Deutschen Bank will Konzernchef John Cryan wieder Boni zahlen. „Wir haben gesagt, dass wir für 2017 zum normalen System der variablen Vergütung zurückkehren wollen. Das gilt“, sagte der Manager der "Neuen Zürcher Zeitung". Dies sei eine gute Investition, um gute Leute zu halten und neue zu gewinnen.

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Im Geschäftsjahr 2016 betrug der Personalaufwand des Finanzinstituts 11,9 Milliarden Euro. Die Gesamterträge beliefen sich auf gut 30 Milliarden Euro, der Verlust lag bei rund 1,4 Milliarden Euro. Deutschlands größtes Kreditinstitut hatte Anfang des Monats angekündigt, für das Jahr 2017 wegen der US-Steuerreform ebenfalls keinen Gewinn zu schreiben. Erwartet wird ein geringer Verlust.

Mehr Mittelstand wagen?

John Cryan

John Cryan. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Cryan kündigte zudem an, die Deutsche Bank wolle im Geschäft mit dem Mittelstand wachsen. In dem Bereich sei man nicht so stark vertreten wie nötig. "Das können wir ausbauen." Die Transaktionsbank des Konzerns, zu der etwa der Zahlungsverkehr gehört, sei zwar gut positioniert. Sie werde aber besser, wenn man weiter in die IT investiere, sagte der Manager. Er zeigte sich insgesamt überzeugt, mit dem Geschäftsmodell auf dem richtigen Weg zu sein.

Hauptsache Italien!

Auch zum Brexit äußerte sich der Vorstandschef. In dessen Zuge würden weniger Mitarbeiter von London nach Frankfurt wechseln als angenommen. Die Deutsche Bank hat in London 8600 Mitarbeiter. „Die in den Medien immer wieder genannte Zahl von 4.000 ist viel zu hoch“, sagte der Manager. Sicher werde das Buchungszentrum umziehen, was aber weniger Stellen seien als viele annähmen.

Britische Flaggen und Exit-Schild

Brexit. | Bildquelle: picture alliance / Yui Mok/PA Wire/dpa

Man werde zunächst wohl einige Hundert Jobs in Frankfurt schaffen - aber nicht nur dort. „Ein italienischer Mitarbeiter wechselt vielleicht lieber von London nach Mailand, um sich von dort aus um italienische Kunden zu kümmern“, sagte Cryan. So unterstütze Italien die Zuzügler durch günstige steuerliche Rahmenbedingungen.

rtr