Deutsche Bank-Türme

Neue FSB-Studie Deutsche Bank bleibt Gefahr für die Weltwirtschaft

Stand: 16.11.2018, 14:09 Uhr

Die Deutsche Bank bleibt trotz des Rückzugs aus vielen Geschäften weiterhin potenziell gefährlich für die globale Stabilität der Finanzmärkte. Zu dieser Einschätzung kommt der bei der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel ansässige Finanzstabilitätsrat (FSB).

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Die Deutsche Bank gehört nach einer am Freitag in Basel veröffentlichten Aufstellung des internationalen Finanzstabilitätsrates (Financial Stability Board/FSB) weltweit zu den vier systemrelevantesten Banken. Wie die Citigroup und HSBC wird sie in der dritthöchsten Stufe der FSB-Rangliste geführt. Banken in dieser Kategorie sind gehalten, einen zusätzlichen Eigenkapitalpuffer von zwei Prozent auf die Risikopositionen zu halten.

Als noch relevanter - und damit auch kritischer für das Finanzsystem als die drei Banken - wird nur noch JPMorgan eingestuft. Die größte US-Bank muss 2,5 Prozent an Kapital vorhalten. Als potenziell gefährlich gelten Finanzinstitute, deren Zusammenbruch wegen der starken Vernetzung die Weltwirtschaft insgesamt ins Wanken bringen könnte.

Die jährlich aktualisierte Liste global systemrelevanter Institute umfasst aktuell 29 Banken und damit eine weniger als noch vor einem Jahr. Wichtiges Kriterium ist neben der Größe auch die Vernetzung in der Finanzwelt. Nicht mit auf dieser Liste ist die seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Commerzbank. Das FSB war 2009 als Reaktion auf die Finanzkrise von der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) gegründet worden. Das Gremium soll Notenbanker, Aufseher und Regierungsvertreter der Länder zusammenbringen und das Vorgehen koordinieren. Die Umsetzung in konkrete Regeln liegt bei den nationalen Gesetzgebern.

dpa-AFX