Deutsche Bank-Türme
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Probleme bei der Geldwäschekontrolle Deutsche Bank bekommt BaFin-Aufpasser

Stand: 24.09.2018, 15:49 Uhr

Erstmals setzt die Finanzaufsicht in einem Bankhaus einen Sonderbeauftragten für Geldwäsche ein. Auf den Mann wartet viel Arbeit.

Tatsächlich funktionieren die Geldwäschekontrollen bei dem Institut trotz einiger Fortschritte noch längst nicht so, wie es sich die Bank selbst wünscht. Beispielsweise gibt es nach wie vor Probleme bei der Identifizierung von Kunden - einer wichtigen Voraussetzung, um Geldwäsche-Fälle aufzudecken und sie dann effizient verfolgen zu können.

Dass die Prozesse in diesem Bereich verbessert werden müssen, zeigt auch der Wechsel des Geldwäschebeauftragten. Ab dem ersten Oktober arbeitet der 50-jährige Stephan Wilken als Leiter aller bei der Bank für den Kampf gegen Finanzkriminalität zuständigen Mitarbeiter. Er berichtet direkt an die für regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Fragen zuständige Vorständin Sylvie Matherat.

Außergewöhnliche Maßnahme

Wilken arbeitet seit 24 Jahren als Risikomanager für das größte deutsche Geldhaus. Wilkens Vorgänger, der Franzose Philippe Vollot, geht zu der von einem Geldwäsche-Skandal erschütterten dänischen Danske Bank und zieht dort in den Vorstand ein.

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Wie die Finanzaufseher mitteilten, wird die BaFin künftig einen Sonderbeauftragten bei dem größten deutschen Institut einsetzen, der die Umsetzung der von der Behörde angeordneten Maßnahmen zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung überwachen und an die BaFin berichten soll. "Es ist das erste Mal, dass die BaFin eine solche aufsichtliche Maßnahme bei einer Bank im Bereich der Geldwäscheprävention anordnet", betont die Behörde.

Deutsche Bank gesteht Versäumnisse ein

Sie erfolge zusammen mit der Anordnung an die Bank, angemessene interne Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen und allgemeine Sorgfaltspflichten einzuhalten. Die Deutsche Bank teilte mit, sie stimme mit der BaFin darin überein, dass Prozesse zur Identifizierung von Kunden ("Know Your Costumer") in der Unternehmens- und Investmentbank verbessert werden müssten. "Die Bank arbeitet gemeinsam mit der Finanzaufsicht und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG als Sonderbeauftragter daran, die regulatorischen Anforderungen schnellstmöglich und im vorgegebenen Zeitrahmen zu erfüllen."

Zwei Personen mit Kenntnis des Falls sagten Reuters, die Entscheidung der BaFin, die Überwachung der Deutschen Bank beim Thema Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verschärfen, habe keinen konkreten Anlass und stehe nicht im Zusammenhang mit dem Geldwäscheskandal bei der dänischen Danske Bank, der in den vergangenen Tagen die Schlagzeilen beherrschte. KPMG soll die Fortschritte der Bank im Auftrag der BaFin für drei Jahre überprüfen, allerdings könne der Auftrag auch verkürzt oder verlängert werden, hieß es in Finanzkreisen.

lg/rtr