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Deutsche Bank-Aktie: Jetzt kaufen? Schwach, schwächer, ganz schwach

<strong>Deutsche Bank im Xetra-Handel</strong><br/>Die Deutsche Bank-Aktie ist Ende Mai erstmals seit Herbst 2016 wieder unter die magische Schwelle von 10 Euro gefallen. Damit näherte sie sich dem Rekordtief bei 8,84 Euro. Damals hatte sie sich wieder bis auf 17 Euro erholt. Wird sich dieses Szenario wiederholen? Sollten Anleger also das erreichte Niveau zum Einstieg nutzen?: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 5 Jahre

Deutsche Bank im Xetra-Handel
Die Deutsche Bank-Aktie ist Ende Mai erstmals seit Herbst 2016 wieder unter die magische Schwelle von 10 Euro gefallen. Damit näherte sie sich dem Rekordtief bei 8,84 Euro. Damals hatte sie sich wieder bis auf 17 Euro erholt. Wird sich dieses Szenario wiederholen? Sollten Anleger also das erreichte Niveau zum Einstieg nutzen?

Deutsche Bank-Aktie: Jetzt kaufen? Schwach, schwächer, ganz schwach

<strong>Deutsche Bank im Xetra-Handel</strong><br/>Die Deutsche Bank-Aktie ist Ende Mai erstmals seit Herbst 2016 wieder unter die magische Schwelle von 10 Euro gefallen. Damit näherte sie sich dem Rekordtief bei 8,84 Euro. Damals hatte sie sich wieder bis auf 17 Euro erholt. Wird sich dieses Szenario wiederholen? Sollten Anleger also das erreichte Niveau zum Einstieg nutzen?: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 5 Jahre

Deutsche Bank im Xetra-Handel
Die Deutsche Bank-Aktie ist Ende Mai erstmals seit Herbst 2016 wieder unter die magische Schwelle von 10 Euro gefallen. Damit näherte sie sich dem Rekordtief bei 8,84 Euro. Damals hatte sie sich wieder bis auf 17 Euro erholt. Wird sich dieses Szenario wiederholen? Sollten Anleger also das erreichte Niveau zum Einstieg nutzen?

Stefan Müller, DGWA

Deutsche Gesellschaft für Wertpapieranalyse
Für Stefan Müller, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Wertpapieranalyse (DGWA) ist der derzeitige Stand der Aktie ein Kaufkurs. Die neue Führung unter Christian Sewing müsse jetzt den Umbau energisch angehen, doch die Weichen dafür seien gestellt. Die Bank sei also auf dem Weg der Besserung, was sich auch im Aktienkurs widerspiegeln werde. Müller hält einen Anstieg auf 20 Euro für möglich. Neben dem Umbau würde auch ein Abgang von Aufsichtsratschef Paul Achleitner der Aktie einen Schub verleihen.

Jochen Schmitt, Bankhaus Metzler

Bankhaus Metzler
Deutlich skeptischer äußert sich Jochen Schmitt vom Bankhaus Metzler. Er sieht die Deutsche Bank bei 10,00 Euro fair bewertet. "Uns fällt es schwer einzuschätzen, was die Bank in Zukunft verdienen kann, auch weil die angekündigten Kostensenkungen mit Einbußen auf der Ertragsseite einhergehen dürften", zitiert ihn die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Außerdem sei in den vergangenen Jahren viel angekündigt und nur teilweise umgesetzt worden.

MainFirst-Logo

Mainfirst
Mainfirst-Analyst Daniel Regli rät ebenfalls dazu, erst einmal abzuwarten. Mehr als 10,00 Euro traut er der Aktie nicht zu. Er zeigt sich aber zuversichtlich, dass die Bank ihre Kostenziele für 2018 erreichen wird und hob seine Gewinnprognosen für 2018 und 2019 um jeweils 15 Prozent an.

Ein Mann mit Regenschirm vor der Barclays Bank in London

Barclays
Analyst Amit Goel von der britischen Investmentbank Barclays ist deutlich pessimistischer und rät vom Kauf der Deutschen Bank-Aktie ab. Seine Studie zur Aktie trägt den passenden Titel - "Es muss sich etwas ändern, nur was?". Seiner Einschätzung nach wird es der Bank in den kommenden Jahren nicht gelingen, eine Rendite oberhalb von drei Prozent zu erreichen. Man wisse aus heutiger Perspektive schlicht nicht, in welchen Bereichen und auf welchen Märkten die Deutsche Bank künftig Geld verdienen könne. Im Investmentbanking habe sie entscheidende Marktanteile an die Amerikaner verloren, im deutschen Markt leide sie unter der Zersplitterung der Bankenlandschaft mit ihren Sparkassen und Volksbanken.

Citigroup-Logo an der Unternehmenszentrale in New York

Citigroup
Kaum weniger kritisch geht die Citigroup mit dem gefallenen Konkurrenten um. Auch sie rät, die Aktie zu verkaufen und hält einen Kurs von 8,30 Euro für angemessen. Analyst Andrew Coombs begründet seine Einschätzung vor allem mit den zunehmend schwachen Erträgen aus dem Investmentbanking.

DZ Bank-Turm bei Nacht

DZ Bank
Christan Koch von der DZ Bank hat seine positive Prognose am Freitag kassiert und das Kursziel deutlich von 13,50 auf 9,50 Euro eingedampft. Es sei schwer prognostizierbar, wie sich die Bank angesichts dieser Nachrichten sowie der schwachen operativen Entwicklung aus der Abwärtsspirale befreien könne. Doch andererseits werde die Aktie schon mit einem erheblichen Abschlag zum Buchwert gehandelt, so Koch.

Unternehmenszentrale der Société Générale in La Défense in Paris

Société Générale
Analyst Andrew Lim von der französischen Bank Société Générale rät ebenfalls vom Kauf der Deutschen Bank-Aktie ab. Er hält das Papier bei 8,00 Euro für fair bewertet. Ihm sind gerade die Pläne des neuen Vorstandschefs Christian Sewing ein Dorn im Auge. Lim sieht die Zielsetzung des neuen Managements mit Sorge und verweist auf die großen Risiken durch die geplante Neuaufstellung der Bank. "Wie soll die Aktie angesichts dieser Unsicherheiten auf einen zweistelligen Wert steigen?", fragt der Experte.

Royal Bank of Canada in Toronto Kanada

RBC Capital
Auch das Analysehaus RBC Capital sieht die Aktie nunmehr eher bei 8,00 als bei bisher 12,00 Euro. Seit ihrer Ersteinschätzung im Juni vergangenen Jahres habe sie gedacht, dass es für die Großbank nicht schlimmer kommen könne, schrieb Analystin Anke Reingen in einer am Freitag vorliegenden Studie. Dies habe sich als Trugschluss erwiesen. Die Meldungen, wonach das US-Geschäft für den dortigen Einlagensicherungsfonds als Problemfall gelte, habe die Sorgen nur vergrößert. Die Aufsichtsbehörden könnten in der Restrukturierung der Bank langsam die Geduld verlieren.

Credit Suisse, Hauptsitz in Zürich

Credit Suisse
Analyst Jon Peace von der Credit Suisse hält die derzeitige Kursdelle für übertrieben und einzig der Italienkrise geschuldet. Große Kurssprünge seien trotzdem nicht zu erwarten. Fundamental sei die Aktie 11,00 Euro wert. Auf der jüngsten Hauptversammlung habe sich bestätigt, dass das Handelsumfeld im zweiten Quartal schwierig bleibe. Auch fehlen dem Experten zusätzliche Details zur angekündigten Umstrukturierung des Konzerns, um besser beurteilen zu können, wie sich die Deutsche Bank in Zukunft aufstellen werde.

JPMorgan Chase Gebäude in New York

JPMorgan
Mit einem Kursziel  von 12,00 Euro je Deutsche Bank-Aktie gehen auch die Fachleute der US-Bank ebenfalls von einem gewissen Potenzial aus. Die angekündigten Restrukturierungen beurteile er positiv, schrieb Analyst Kian Abouhossein jüngst. Sie zeigten in die richtige Richtung. In seinen Schätzungen seien sie aber bereits zum Teil berücksichtigt.

Philipp Häßler, Analyst bei Equinet

Equinet
Für den Experten von Equinet ist die Deutsche Bank-Aktie dagegen ein klarer Kauf, er erwartet einen Anstieg bis auf 14,00 Euro. Zuvor hatte das Kursziel sogar bei 18,00 Euro gelegen. Das erste Quartal des Bankhauses sei enttäuschend verlaufen, erklärt Analyst Philipp Häßler. Er kürzte daraufhin seine Gewinnschätzungen für dieses und das kommende Jahr. Die Schrumpfkur für das Investmentbanking wertet der Experte aber als positive Nachricht.