VW-CEO Diess, Daimler-CEO Zetsche und BMW-CEO Krüger (v.l.)

Diess, Zetsche und Krüger Deutsche Autobosse bald bei Trump?

Stand: 21.11.2018, 13:30 Uhr

VW-Chef Herbert Diess, Daimler-Boss Dieter Zetsche und der BMW-Vorstandsvorsitzende Harald Krüger werden womöglich bald nach Washington fliegen. Dort will die US-Regierung mit ihnen über Zölle reden.

Die Chefs der deutschen Autokonzerne wurden nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg und des "Handelsblatts" von US-Präsident Donald Trump zu einem Treffen ins Weiße Haus eingeladen. Die Konzerne hätten bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert, hieß es.

Einen genauen Termin gibt es wohl noch nicht, aber das Treffen könnte schon kommende Woche stattfinden. Offenbar plant die US-Regierung einen Austausch mit den Autobossen nach dem am morgigen Donnerstag beginnenden Thanksgiving-Wochenende.

Ob sich Trump persönlich mit Diess, Zetsche und Krüger treffen will oder ein Mitglied seiner Regierung die Gespräche führt, ist offen. Die Regierung in Berlin sei über das bevorstehende Treffen informiert, sagte ein Branchenvertreter dem "Handelsblatt". Donald Trump trifft in der kommenden Woche am Rande des G20-Gipfels in Argentinien mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping zusammen.

Autokonzerne halten sich zurück

Ein VW-Sprecher sagte lediglich, Volkswagen befinde sich in der Zollfrage in einem "ständigen Austausch mit der EU-Kommission und der Bundesregierung“. BMW erklärte, dem Konzern liege noch keine offizielle Einladung aus Washington vor, daher gebe es noch keine Reisepläne. Ein Daimler-Sprecher äußerte sich ähnlich.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Hintergrund des Treffens ist das Bemühen von Trump, ein breites Handelsabkommen mit Europa abzuschließen. Ihn stört insbesondere, dass die EU-Zölle auf Pkw-Importe aus den USA mit zehn Prozent deutlich höher liegen als der 2,5-prozentige Zoll, den die USA erheben. 

Erste Vorschläge einer Arbeitsgruppe?

Nach dem Treffen zwischen Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Juli in Washington hatten beide Seiten eine hochrangige Arbeitsgruppe eingerichtet, die bis Ende November Vorschläge erarbeiten sollte, wie beide Seiten Zölle auf Industrieprodukte bis auf null senken sowie regulatorische Vorgaben und technische Standards in Sektoren wie Chemie, Pharma und Medizinprodukte angleichen können. Auch Dienstleistungen sollten Teil des Pakets sein.

Solange die Arbeitsgruppe tagt, hatte sich die Trump-Regierung verpflichtet, auf die angedrohte Strafzölle für europäische Autohersteller zu verzichten. Offenbar ist die Arbeitsgruppe nun zu einem Ergebnis gelangt, das mit den führenden Autobauern in Europa erörtert werden soll.

lg