In Spartanburg (South Carolina, USA) produzierter BMW X4

In einem insgesamt schwächelnden Markt Deutsche Autobauer in Amerika gut in Form

Stand: 03.04.2019, 07:19 Uhr

Der amerikanische Automarkt ist zuletzt unter Druck geraten. Gerade General Motors verkaufte weniger Fahrzeuge. BMW und VW konnten im März allerdings zulegen. Das Nachsehen hatte Daimler.

Während die US-Hersteller General Motors (GM), Ford und Fiat Chrysler, aber auch Toyota, im März deutlich weniger Fahrzeuge verkauften, konnten die meisten deutschen Hersteller - VW, Audi, BMW und Porsche - mehr Neuwagen los werden.

VW steigerte die US-Verkäufe im März um 14 Prozent zum entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 37.092 Stück, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Während der Absatz bei den Modellen Tiguan, Beetle und Jetta zum Teil kräftig anzog, rutschte er beim Golf um fast ein Fünftel ab. VWs Tochter Audi schaffte ein Absatzplus von 1,1 Prozent auf 20.302 Autos. Porsche verbuchte einen Anstieg um 0,5 Prozent.

Mehr BMW, weniger Mercedes

BMW gelang auf dem US-Markt im vergangenen Monat bei der Kernmarke ein Verkaufszuwachs um 2,9 Prozent auf 32.228 Autos. Die Tochter Mini verzeichnete hingegen einen starken Rückgang um fast 17 Prozent. BMWs Oberklasse-Konkurrent Daimler musste dagegen einen Dämpfer hinnehmen.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im Vergleich zum März 2018 sei der Absatz insgesamt um 2,7 Prozent auf 30.627 Stück gesunken, teilte das Unternehmen mit. Der Absatz der Kernmarke Mercedes fiel um 4,9 Prozent.setzte indes mit 30.627 Neuwagen.

SUVs und Pick-up-Trucks bleiben gefragt

Insgesamt kühlte sich der US-Automarkt im März wie erwartet weiter ab, auch wenn Pick-up-Trucks und SUVs gut gefragt blieben. Der amerikanische Branchenprimus GM musste im ersten Quartal ein siebenprozentiges Absatzminus verkraften. Der Marktführer legt seine Ergebnisse - wie der größte Rivale Ford - nicht mehr monatlich, sondern nur noch im Vierteljahrestakt offen. Ford will seine Zahlen erst am Donnerstag veröffentlichen - Experten rechnen auch hier mit einem deutlichen Rückgang der Verkaufszahlen.

Bei Fiat Chrysler brachen die Verkäufe um über sieben Prozent ein. Toyota geriet mit 3,5 Prozent ins Minus. Nissan und Mazda meldeten Rückgänge von 7,2 beziehungsweise 19 Prozent.

Neues Mercedes-Werk in Russland

Derweil wird heute in der Nähe von Moskau ein neues Mercedes-Werk eingeweiht - das erste in Russland. Das Land ist für den schwäbischen Autobauer ein wichtiger Absatzmarkt. Mercedes gilt hier seit Jahren als stärkste Premiummarke. 37.788 Fahrzeuge verkauften die Stuttgarter 2018, drei Prozent mehr als 2017.

Auch für dieses Jahr erwarten die Schwaben ein leichtes Plus - für den gesamten Markt. Das wäre besser als die Stagnation in Europa. Nach einem zweistelligen Wachstum von 2017 auf 2018 ist der russische Automarkt allerdings mit Einbrüchen in dieses Jahr gestartet. 1,8 Millionen Autos wurden voriges Jahr noch verkauft - das waren 12,8 Prozent mehr als 2017. Ein Grund für den Rückgang ist, dass die Mehrwertsteuer zum Jahresbeginn von 18 auf 20 Prozent stieg. Zudem ist die Kaufkraft russischer Familien aktuell nicht berauschend.

lg/dpa