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Expansion im Ausland geplant Fielmann: Auf zu neuen Ufern

Stand: 29.08.2019, 08:58 Uhr

Bei der Optikerkette Fielmann sprudeln wieder die Gewinne. Das Unternehmen will nun im Ausland weiter expandieren. Dazu gehören auch Übernahmen.

In den nächsten Jahren werde das Unternehmen die Märkte in vier weiteren Ländern erschließen, teilte Fielmann am Morgen bei der Vorlage des Halbjahresberichts mit. Dies solle über Wachstum aus eigener Kraft und Zukäufe geschehen.

Erst Mitte August hatte Fielmann angekündigt, zum 1. September die Mehrheit an dem slowenischen Optiker Optika Clarus zu übernehmen und sich damit den 14. Markt zu erschließen. Dazu eröffnete Fielmann im ersten Halbjahr mehrere Geschäfte in Italien und plant in diesem Jahr mindestens vier weitere Neueröffnungen südlich der Alpen. Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der Filialen von 727 im Vorjahr auf 743.

Positive Entwicklung

Das Unternehmen stützt sich dabei auf eine positive Entwicklung im zweiten Quartal. Unter dem Strich verdiente die Optikerkette mit 40,4 Millionen Euro 8,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Fielmann hatte dabei schon Mitte Juli zur Hauptversammlung vorläufige Zahlen vorgelegt, die sich nur noch marginal veränderten.

So stieg das Vorsteuerergebnis um 10,4 Prozent auf 60,5 Millionen Euro. Der Umsatz nahm bei einem unveränderten Brillenabsatz von 2,1 Millionen Stück um 6,9 Prozent auf 386,4 Millionen Euro zu. Die Prognose für 2019 hatte das Unternehmen bereits ebenfalls bestätigt. Zuletzt ging Fielmann dank höherer Investitionen von einem leicht beschleunigtem Umsatzwachstum aus.

Die hohen Ausgaben für den vorgesehenen Ausbau des Filialnetzes und die Digitalisierung belasten jedoch die Gewinnentwicklung, weswegen die Optikerkette trotz des guten ersten Halbjahres weiterhin lediglich mit einem Vorsteuerergebnis auf dem Vorjahresniveau von rund 251 Millionen Euro rechnet.

Kurs kräftig erholt

An der Börse kam der Kurs Fielmanns zuletzt wieder besser an. Nach einem Rücksetzer vom Rekordhoch von 77,70 Euro im Oktober 2017 bis auf Kurse unter 50 Euro im Herbst des vergangenen Jahres ging es zuletzt wieder deutlich nach oben. Im bisherigen Jahresverlauf legte die Aktie um knapp 17 Prozent und damit etwas stärker als der MDax zu, bleibt jedoch bei zuletzt knapp 64 Euro unter dem Stand von vor zwei Jahren.

Seit dem Börsengang im Jahr 1994 ging es um mehr als 500 Prozent nach oben - damit schnitt das Papier allerdings schlechter ab als der MDax in diesem Zeitraum. Hauptprofiteur der Kurserholung ist die Eigentümerfamilie Fielmann, die immer noch die Mehrheit des mit 5,3 Milliarden Euro bewerteten Unternehmens hält.

lg/dpa-AFX