Bastei Lübbe-Logo auf der Unternehmenszentrale in Köln

Hohe Verluste mit Computerspielen Desaster bei Bastei-Lübbe

Stand: 07.02.2020, 14:34 Uhr

Für die gebeutelten Aktionäre des Verlags Bastei-Lübbe kommt es knüppeldick: Millionenschwere Abschreibungen bringen die Aktie des Kölner Unternehmens am Freitag zum Absturz.

Am Freitag bricht das Papier um bis zu 30 Prozent auf nur noch 2,00 Euro ein. Damit setzt sich der seit Jahren anhaltende Niedergang nahtlos fort. Noch 2016 war die Aktie von Bastei-Lübbe acht Euro wert, also vier Mal soviel wie zuletzt.

Ausgelöst hat den jüngsten Absturz eine hohe Abschreibung im Geschäft mit Computer-Spielen. Wegen der schwachen Geschäftsentwicklung in dem vor einigen Jahren aufgebauten Bereich muss der Verlag Wertberichtigungen von 12 bis 14 Millionen Euro auf seine 51-prozentige Beteiligung am Spieleentwickler Daedalic Entertainment vornehmen.

Gesamtkonzern rutscht in die roten Zahlen

Der Konzernvorstand prüft nun die Optionen zur Restrukturierung und Neuausrichtung des Geschäftsmodells in diesem Bereich, wie das Unternehmen mitteilte. Die Abschreibungen werden tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen.

Hatte der Konzern für das laufende Geschäftsjahr bisher mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 3,5 bis 5,3 Millionen Euro gerechnet, so geht er nun von einem Verlust von 6,7 bis 10,5 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern aus.

Krachend gescheitert

Auf das Kerngeschäft mit Büchern, Hörbüchern und Romanheften oder auf die Liquidität von Bastei Lübbe habe das keinen Effekt, betonte das Unternehmen. Bastei Lübbe ist vor allem durch seine Beststellerautoren Dan Brown und Ken Follett sowie Heftchenromane wie "Jerry Cotton" oder "Der Bergdoktor" bekannt.

Die vergangenen Jahre waren für das Unternehmen nicht leicht. Der Anfang des Jahrzehnts gestartete Versuch, aus dem deutschen Publikumsverlag innerhalb weniger Jahre einen internationalen Medienkonzern zu schaffen, scheiterte krachend. Die Folge waren zeitweise hohe Verluste. 2018 war Bastei Lübbe dann die Rückkehr in die Gewinnzone gelungen.

Vorstandschef geht

Ende dieses Jahres steht zudem ein Führungswechsel an. Carel Halff (68), wird auf eigenen Wunsch nach Ablauf seines Vertrages zum 31. Dezember 2020 aus seinem Amt ausscheiden.

Mit einem Jahresumsatz von rund 95 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2018/19) gehört Bastei Lübbe zu den größten mittelständischen Unternehmen im Verlagswesen in Deutschland. Seit 2013 sind die Aktien des Unternehmens im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.

lg