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Erster Börsengang des Jahres misslingt Dermapharm rutscht unter Ausgabepreis

Stand: 09.02.2018, 18:27 Uhr

Was für ein miserables Timing: Ausgerechnet am Tag nach dem zweiten Mini-Crash an der Wall Street startete der Arzneihersteller Dermapharm sein Debüt an der Frankfurter Börse. Anfangs ging es noch gut...

Dank kräftiger Unterstützung der beiden Emissionsbanken hat der Erstkurz des Arzneiherstellers Dermapharm am Morgen den Ausgabepreis von 28 Euro erreicht. Das ist kein schlechtes Ergebnis angesichts des jüngsten Einbruchs an den Aktienmärkten. Im weiteren Verlauf sackten die Papiere aber 26 Euro ab - ein Minus von mehr als sieben Prozent.

Der Börsengang bringt rund 377 Millionen Euro ein, wovon der Großteil an Firmengründer Wilhelm Beier geht, der das Unternehmen seit 1991 mit mehreren Übernahmen aufgebaut hat. Dem Arzneihersteller selbst fließen rund 108 Millionen zu.

Produktion ausbauen

Für 35 Millionen Euro soll die Produktion in Brehna bei Leipzig ausgebaut und ein neues Werk in Neumarkt am Wallersee bei Salzburg gebaut werden. 20 Millionen Euro will Dermapharm für die Erschließung weiterer Auslandsmärkte aufwenden. 40 bis 50 Millionen Euro sind vorgesehen, um eine Zwischenfinanzierung für die Übernahme des Arzneiherstellers Trommsdorff abzulösen.

Inklusive einer Platzierungsreserve wurden knapp 13,5 Millionen Aktien bei Anlegern untergebracht. Zudem ist noch eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) über 1,755 Millionen Papiere aus dem Besitz des bisherigen Eigentümers geplant.

Erster Börsengang des Jahres

Dermapharm ist der erste Börsenneuling in Frankfurt in diesem Jahr. Der Immobilienentwickler Instone will am Donnerstag kommender Woche folgen, die Emission soll bis zu 600 Millionen Euro einbringen. Zahlreiche weitere Unternehmen stehen in den Startlöchern, sofern die jüngsten Börsenturbulenzen ihnen keinen Strich durch die Rechnung machen.

Dermapharm stellt unter anderem Medikamente gegen Hautkrankheiten und Allergien her. Die Firma bewegt sich in Nischen, in denen das Unternehmen hohe Marktanteile für sich reklamiert. Mehr als die Hälfte des Umsatzes von 444,5 Millionen Euro (2016) entfällt aber auf den renditeschwachen Re-Import von Arzneimitteln. Das operative Ergebnis (Ebitda) lag 2016 bei 102,7 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten 2017 ist der Umsatz um acht Prozent gestiegen, die operative Rendite hat sich weiter verbessert.

lg/ nb

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Seit heute können Anleger die Aktien der Stemmer Imaging AG aus Puchheim bei München zeichnen. Die Preisspanne bewegt sich zwischen 32 und 36 Euro. Die Erstnotiz im Freiverkehrssegment Scale ist für den 27. Februar geplant. Einen Teil des Emissionserlöses wollen die Bayern für Akquisitionen verwenden. Stemmer ist ein Pionier der Bildverarbeitungstechnologie und hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 88 Millionen Euro erzielt. Wettbewerber sind beispielsweise Basler und Isra Vision.

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