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IPO statt Verkauf Dermapharm auf dem Sprung an die Börse?

Stand: 27.11.2017, 15:19 Uhr

Noch sind die Börsenpläne des bayerischen Arzneimittel-Herstellers vage. Doch nach einem Medienbericht könnte durchaus in den kommenden Monaten ein Milliarden-IPO aus dem Pharmabereich anstehen.

Das Fachblatt "Apotheke adhoc" ist sich sicher, dass ein Börsengang des Pharmaunternehmens aus Grünwald bei München in Vorbereitung ist. Das Blatt selbst hat beim Unternehmen allerdings nur eine eher vage Aussage zum Thema Zukunft von Dermapharm erhalten: Vorstand Stefan Grieving zufolge will man "sich ergebende Marktchancen bestmöglich" und dabei "grundsätzlich keine Optionen" ausschließen.

Große Produktpalette

Unternehmensinsider, auf die sich das Medium bezieht, wissen aber offenbar schon deutlich mehr. So soll mit der US-Größe Morgan Stanley bereits eine federführende Bank gewonnen worden sein, die den Börsengang einleiten soll. Über aktuelle Zahlen von Dermapharm ist wenig bekannt. Die Firma hat 2015 Erlöse von 440 Millionen Euro erwirtschaftet und dabei einen Gewinn von rund 35 Millionen Euro erzielt.

Dermapharm, dass derzeit noch komplett im Besitz des Großaktionärs Wilhelm Beier und dessen Familie ist, vertreibt verschiedenste Arzneimittel, die fast ausschließlich in Deutschland hergestellt werden. Spezialisiert ist man auf Produkte in der Dermatologie und Allergologie. Neben Mitteln gegen Haut- oder Pilzerkrankungen stellt Dermapharm auch Mineralstoffe und Vitamin-Produkte her und verschiedene Generika her.

Das Unternehmen wurde 1991 gegründet, seit 1998 ist der Sitz in Grünwald bei München. Weitere Standorte sind in Österreich und der Schweiz.

Verkauf 2016 abgeblasen

Für die Option Börsengang spricht, dass ein Verkauf des Unternehmens im vergangenen Jahr abgeblasen wurde. Die Finanzinvestoren BC Partners und Nordic Capital hatten Angebote in Höhe von rund 1,1 Milliarden Euro für eine Übernahme gemacht, Firmen-Patriarch Beier hatte jedoch abgelehnt. Laut "Apotheke adhoc" sieht Beier seine eigene Firma als derzeit beste Form der Anlage an. Ein weiteres Indiz ist die Gründung einer Europäischen Aktiengesellschaft (SE) als Dachgesellschaft, die im Sommer stattfand.

Sollte es Beier gelingen, davon auch Anleger an der Börse zu überzeugen, dürfte ihm je nach Größe der Pakete, die er beim Börsengang verkaufen sollte, ein mittlerer bis hoher Millionenbetrag zufließen.

AB