Frau hält Ykult Fläschchen

Aktie steigt nach TV-Szene Der Kult um Yakult

Stand: 05.09.2018, 11:55 Uhr

Was hat eine romantische Komödie, neudeutsch "Romcom", der US-Streamingplattform Netflix mit dem Trink-Joghurt aus Japan zu tun? Eine Menge, wie die vergangenen Tage gezeigt haben. Die Joghurt-Aktie jedenfalls ist derzeit genauso begehrt wie der Drink selbst.

Ein kleines Plastik-Fläschchen in weiß mit einem roten Deckel - in Szene gesetzt in der Schmacht-TV-Serie "To All the Boys I've Loved Before", und ein Nachfragesturm nach Yakult-Joghurt wurde entfacht. Über die sozialen Medien, vor allem den Kurzmitteilungs-Dienst Twitter, schwappten wilde Spekulationen, dass es sich beim Getränk eigentlich nur um einen Yakult-Joghurt handeln könnte.

Japan oder Korea? Hauptsache Joghurt

Tatsächlich bietet in der Folge der Netflix-Serie die kleine Schwester der Hauptfigur Lara Jean Song dem Mädchenschwarm Peter Kavinsky einen "koreanischen Joghurtsmoothie" an. Doch davon lassen sich hartnäckige Serien-Fans nicht beirren. Merke: Yakult wird in Japan hergestellt.

Und das hatte an den vergangenen Tagen Folgen: Der Hype um Yakult, der rund um den Globus einsetzte, sorgte in einigen asiatischen Ländern sogar für den Ausverkauf des Joghurt-Drinks - auch wenn sich die Hoffnung vieler Teenager auf eine romantische Begegnung unmittelbar nach dem Verzehr des Produkts nicht erfüllt haben dürfte.

Yakult ausverkauft, Aktie nahe Rekordhoch

Nicht schlecht getan hat die Aktion sicherlich dem Streamingdienst Netflix. Der lässt selbst als Produzent eigene TV-Serien für hohe Summen herstellen und ist dabei bemüht, den Nerv des Publikums zu treffen. Im Fall von "To All the Boys I've Loved Before" mit großem Erfolg.

Die Yakult-Aktie ist seit Ausstrahlung der Joghurt-Folge im Handel in Japan um mehr als drei Prozent gestiegen. Mit derzeit 9.640 Yen nähert sich der Titel, der zu Jahresbeginn noch unter Druck stand, seinem Allzeithoch.

Yakult wird seit 1935 hergestellt und ist auch in Deutschland seit Mitte der 1990er auf dem Markt. Weder das Unternehmen noch Netflix haben sich bisher zu der Angelegenheit geäußert. Vielleicht aus gutem Grund, denn sollte herauskommen, dass der Drink vielleicht wirklich koreanischen Ursprungs ist, könnte die Nachfrage nach dem Produkt genauso schnell abebben wie sie eingesetzt hat - das wäre dann vielleicht das Ende der romantischen Komödie, für Yakult.

AB