Delivery Hero

Einkaufen und wachsen Delivery Hero: Rote Zahlen, dunkelrot!

Stand: 27.08.2020, 09:11 Uhr

Fast eine halbe Milliarde Miese muss der frische Dax-Konzern Delivery Hero im ersten Halbjahr verbuchen – trotz eines fantastischen Umsatzsprungs. Wachsen bleibt die Devise. Jetzt wird erst mal zugekauft im Nahen Osten.

Der Dax-Neuling Delivery Hero setzt mit einem Zukauf auf den Online-Verkauf von Lebensmitteln. Das im Nahen Osten und Nordafrika tätige Unternehmen InstaShop mit einem Firmenwert von 360 Millionen Dollar sei übernommen worden, teilte der Essenslieferdienst mit. Ziel sei es nun, neue Märkte zu erschließen.

Für Delivery Hero ist Asien mit einem Umsatzanteil von mehr als 40 Prozent der wichtigste Markt, dahinter liegt Afrika und der Nahe Osten. Hierzulande ist der Konzern nicht mehr tätig. Das Deutschlandgeschäft hat das Management längst an den Konkurrenten Takeaway.com verkauft.

Derzeit befinden sich die Essenslieferanten weltweit in einem Wettlauf um die ersten Plätze in einem rasant wachsenden Markt. Deshalb setze viele Konkurrenten zunächst weniger auf Profitabilität. Sie wollen sich vor allem Kunden und nationale Märkte sichern. Die Gewinne sollen dann später sprudeln – theoretisch.

Umsatz Online-Food-Delivery global

Umsatz Online-Food-Delivery global.

Bestellboom und hohe Verluste

Die Frage ist, wie lange man das durchhalten kann. Im vergangenen ersten Halbjahr stand beim Lieferdienst unter dem Strich im fortgeführten Geschäft ein Verlust von rund 443 Millionen Euro. Das ist mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.

Dabei zählt Delivery Hero eindeutig zu den Profiteuren der Corona-Pandemie. So stieg der Segmentumsatz bei Delivery Hero, wie bereits vorab berichtet, dank des Bestellbooms in der Corona-Krise um rund 94 Prozent auf fast 1,13 Milliarden Euro. Vorstandschef Niklas Östberg hatte seine Umsatzprognose deshalb für das laufende Jahr bereits Ende Juli auf 2,6 bis 2,8 Milliarden Euro angehoben.

"Großes Wachstumspotenzial"  

Die Aktie fällt um deutlich mehr als ein Prozent. Die Regionen Naher Osten und Nordafrika, wo das Unternehmen aktiv ist, seien Regionen mit großem Wachstumspotenzial, merkte ein Händler an. Strategisch erscheine der Zukauf daher sinnvoll. Womöglich könnten Anleger den Kaufpreis als zu hoch erachten, meint der Marktteilnehmer.

Womöglich streichen Anleger angesichts der hohen Verluste auch einfach nur Gewinne ein. In einem Jahr hat die Aktie sich mehr als verdoppelt und ob das Umsatzwachstum in diesem Tempo weitergeht, ist mehr als fraglich.

ts

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Essenslieferanten an der Börse Von Delivery Hero bis Takeaway

<strong>Delivery Hero</strong><br/>Das 2011 gegründete Berliner Start-up <a href="" externalId="0afb7b03-bdfd-4591-8bd7-507b4f952905">schaffte vor wenigen Tagen den Sprung in den Dax</a>. Seit längerem schon eilt das Papier von Rekord zu Rekord. Delivery Hero liefert in über 40 Ländern Essen aus. In Deutschland war das Unternehmen früher mit den Marken Pizza.de, Lieferheld, Foodora und Foodpanda präsent. Das Deutschlandgeschäft wurde aber an den Konkurrenten Just Eat Takeaway verkauft.  <br/><br/><a href="" externalId="dedf2fbf-9cd6-4dda-9c38-ae463bd086c4">Die jüngsten Zahlen zeigen fantastisches Wachstum</a> - aber leider ebenfalls einen gigantischen Verlust. <a href="" externalId="87c01453-0762-4bec-b8f6-9fa187ffa4d7">Um sich an den einzelnen Märkten beherrschende Positionen zu erkämpfen, muss zunächst investiert und zugekauft werden</a>.   : Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate

Delivery Hero
Das 2011 gegründete Berliner Start-up schaffte vor wenigen Tagen den Sprung in den Dax. Seit längerem schon eilt das Papier von Rekord zu Rekord. Delivery Hero liefert in über 40 Ländern Essen aus. In Deutschland war das Unternehmen früher mit den Marken Pizza.de, Lieferheld, Foodora und Foodpanda präsent. Das Deutschlandgeschäft wurde aber an den Konkurrenten Just Eat Takeaway verkauft.

Die jüngsten Zahlen zeigen fantastisches Wachstum - aber leider ebenfalls einen gigantischen Verlust. Um sich an den einzelnen Märkten beherrschende Positionen zu erkämpfen, muss zunächst investiert und zugekauft werden.