Palmen biegen sich am 28.03.2017 in Airlie Beach (Australien) im Sturm
Video

Schwere Schäden durch Wirbelsturm Debbie vermasselt Swiss Re das Geschäft

Stand: 04.08.2017, 08:25 Uhr

Für die Aktionäre des Rückversicherers Swiss Re kommt es knüppeldick. Nachdem die Aktie seit Jahresbeginn gut zehn Prozent an Wert verloren hat, sorgt am Morgen eine neue Hiobsbotschaft für einen weiteren Kurseinbruch.

Diesmal haben hohe Schadenkosten durch den Tropensturm "Debbie" in Australien dem Konzern das erste Halbjahr verhagelt. Der Gewinn sank im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode um 35 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar, wie der nach der Munich Re weltweit zweitgrößte Rückversicherer mitteilte. Der Gewinn je Aktie sank von 5,61 Dollar auf jetzt 3,76. Das ist mehr als Experten befürchtet hatten. Im vorbörslichen Handel verliert die Aktie deshalb über drei Prozent.

Neben "Debbie" spürte Swiss Re auch den anhaltenden Preisdruck vor allem in der Katastrophenversicherung. Das Unternehmen verzichtete deswegen auf Geschäft: Das Prämienvolumen sank bei den Vertragserneuerungen im Juli um zehn Prozent. Im gesamten zweiten Quartal gingen die Prämieneinnahmen um 8,3 Prozent auf 18,1 Milliarden Dollar zurück. Wegen der hohen Schäden aus Naturkatastrophen rutschte die Schaden-Kosten-Quote im ersten Halbjahr auf 104,5 Prozent.

Keine Besserung in Sicht

Eine Damit müssen sich die Großaktionäre Blackrock und Berkshire Hathaway, die Beteiligungsgesellschaft des Milliardärs Warren Buffett, auf weitere Wertverluste einstellen.

Die Meldung des Schweizer Rückversicherers ist umso erstaunlicher als die versicherten Schäden im ersten Halbjahr mit 19,5 Milliarden Dollar fast 40 Prozent niedriger ausgefallen sind als ein Jahr zuvor und ein Drittel niedriger als im Schnitt der vergangenen zehn Jahre. "Wir hatten ein relativ schadenarmes erstes Halbjahr", sagte kürzlich Peter Höppe, Chef der Georisikoforschung bei der Münchener Rück.

Die Münchener Rück wird ihre Quartalsbilanz am 9. August vorstellen.

lg