Britisches Pfund

Dem Gelddrucker geht das Geld aus De La Rue druckt rote Zahlen

Stand: 27.11.2019, 11:05 Uhr

Seit zwei Jahrhunderten druckt De La Rue die britischen Banknoten. Doch nun droht dem Traditionskonzern das Aus. De La Rue steckt in einer seiner schwersten Krisen. Die Aktien sacken auf ein Mehrjahres-Tief.

Um knapp 27 Prozent brachen am Dienstag die Titel der Druckerei ein. Mit 128,4 Pence waren die Papiere von De La Rue zeitweise so billig wie zuletzt vor rund 21 Jahren. Am Mittwoch setzt sich die Kurstalfahrt fort.

Dividende gestrichen

Der Hersteller von Banknoten und Reisepässen ist im abgelaufenen Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Als Konsequenz streicht De La Rue die Dividende bis auf Weiteres. Außerdem stellt der 200 Jahre alte Traditionskonzern das eigene Überleben infrage.

Bereits Ende Mai hatte De La Rue die Anleger mit einer Gewinnwarnung geschockt. Das Unternehmen rechnet 2020 mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses und kündigte Sparmaßnahmen an. Im Geschäftsjahr 2018/19 steigerte die Firma das Ergebnis noch um sechs Prozent auf 60,1 Millionen Pfund.

Zunehmend Konkurrenz im Banknoten-Druck

Vor allem der Konkurrenzkampf im Banknoten-Druck macht De La Rue zu schaffen. Zuletzt ging den Briten ein wichtiger Großauftrag durch die Lappen: Die nach dem Brexit in Großbritannien benötigten neuen Pässe wird mit Gemalto ein anderes Unternehmen anfertigen.

Sieben Milliarden Banknoten und 15 Millionen Reisepässe druckt De La Rue. Besonders wichtig ist der Heimatmarkt. Die Druckerei stellt seit 200 Jahren die britischen Pfund-Noten her.

nb