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Nordkorea-Krise und Bundestags-Wahl Dax: Zwischen Gelassenheit und Anspannung

Stand: 24.09.2017, 11:39 Uhr

Die Nordkorea-Krise wird die Investoren auch in der kommenden Woche beschäftigen. Das Ergebnis der Bundestagswahl dürfte Fachleuten zufolge dagegen keine starke Börsenreaktion provozieren.

Die Nähe der beiden großen Parteien sowie die Annahme, dass von der Wahl am Sonntag keine ernsthaften Zäsurrisiken ausgehe, sprächen gegen eine starke Reaktion der Börsen, meint Portfoliomanagerin Jördis Hengelbrock vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Die Schweizer Großbank UBS rechnet beispielsweise mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent mit einer Fortsetzung der Kanzlerschaft Angela Merkels.

Ein gewisser Spannungsfaktor resultiert natürlich aus der Frage, wer gemeinsam mit der CDU die Regierung bilden wird. „Die Börse scheint sich aber aufregungsfrei auf eine GroKo 3.0 eingestellt zu haben“, kommentiert Robert Halver, Marktstratege bei der Baader Bank. Insgesamt wartet die Börse also gelassen auf das Ergebnis und erinnert sich an die Börsenweisheit, wonach politische Börsen ohnehin kurze Bein haben.  

Immer wieder Trump und Kim Jong Un

Donald Trump

Donald Trump. | Bildquelle: picture alliance / Evan Vucci/AP/dpa

Weniger gelassen betrachten Investoren die Situation in Nordkorea. Der anhaltende Streit zwischen den USA und Nordkorea sei ein Hemmschuh für die Börse, sagte Anlagestratege Tobias Basse von der NordLB. "Es herrscht zwar nicht die Angst, dass sich aus der Krise ein bewaffneter Konflikt entwickelt. Da die Börsen in den vergangenen Monaten aber gut gelaufen sind, nehmen Anleger neue Nachrichten gerne als Ausrede, um Gewinne zu realisieren."

In der vergangenen Woche hatte der Dax insgesamt aber ein kleines Plus von 0,6 Prozent erreicht und auf 12.592,35 Zählern geschlossen. An der Wall Street gewann der Dow Jones auf Wochensicht 0,4 Prozent.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Woche
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Unterdessen setzt sich der Schlagabtausch zwischen Nordkorea und den USA fort:  Die USA sendeten am Samstag mehrere B-1B-Bomber und Kampfjets in den internationalen Luftraum östlich von Nordkorea.Hier liegen also durchaus weitere Risiken für den Aktienmarkt, auch wenn laut Jochen Stanzl, Marktbeobachter von CMC Markets langsam ein gewisser Gewöhnungseffekt hinsichtlich des Säbelrasselns um Nordkorea eingetreten sei.

Die Konjunkturdaten der Woche

Aus konjunktureller Sicht stehen die Ampeln an der Börse auf "Grün". "Die Weltwirtschaft wächst solide und unterstützt die Entwicklung an den Aktienmärkten", schreibt Analyst Michael Bissinger von der DZ Bank.

Diese These können die Investoren anhand einiger frischer Wirtschaftsdaten überprüfen: Am Montag wird der Ifo-Index veröffentlicht, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt. Am Donnerstag gibt der GfK-Index Auskunft über die Kauflaune der deutschen Verbraucher.

Auf europäischer Ebene sind die Inflationszahlen am Freitag wichtig. Eine anhaltend niedrige Teuerung könnte bei der Europäischen Zentralbank (EZB) den Befürwortern einer raschen Drosselung der Anleihekäufe Wind aus den Segeln nehmen. Ebenfalls am Freitag stehen in den USA Zahlen zu den Einkommen und Ausgaben der dortigen Verbraucher auf dem Terminplan.

ts