Ein Mann kämpft sich bei Wind und Wetter mit Regenschirm über eine Wiese

Von wegen Frühlingsgefühle Dax: Ziemlich trübe Stimmung am Markt

Stand: 25.03.2018, 12:29 Uhr

Maßnahmen, Gegenmaßnahmen, Konflikt, Streit, Vergeltung: Die Ankündigung der USA, ein milliardenschweres Maßnahmenpaket gegen China verhängen zu wollen, wird die Börse auch in der nächsten Woche noch beschäftigen.

Die wachsende Furcht vor einem weltweiten Handelskonflikt hatte den Dax am Freitag auf Talfahrt geschickt. Der Wochenverlust beläuft sich damit auf satte 4,1 Prozent. „Drei Dinge versetzen die Aktienmärkte aktuell in Korrekturmodus: Die Angst vor einem ausufernden Handelskrieg, damit einhergehende Wachstumsbedenken etwa in Europa und Japan sowie der anhaltende Pfad führender Notenbanken in Richtung mehr geldpolitischer Normalität“, so fasst Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers, die aktuelle Situation zusammen. Und was bedeutet das für die kommende Woche?

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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26.405,76
Differenz relativ
+0,60%

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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12.219,02
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+0,50%
S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
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2.907,95
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+0,13%

Politische Börse mit langen Beinen?

Allzu große Hoffnungen auf eine echte Kehrtwende sollten sich die Investoren eher nicht machen.  Trump läuft Gefahr, die positiven Effekte seiner Steuerreform mit seinem Protektionismus selbst wieder zunichte zu machen“, sagt Carsten Gerlinger, Direktor Asset Management bei Moventum. „Den aktuell längsten wirtschaftlichen Aufschwung der Nachkriegsgeschichte bringt er mit seinem Protektionismus um.“ Das wären für den Aktienmarkt natürlich keine guten Nachrichten.

"Die Partylaune in der deutschen Wirtschaft ist verflogen, der Optimismus hat sich verflüchtigt", sagte etwa Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. Der Mix aus Zinserhöhungen in den USA, eingeschränktem Handel mit China und Spezialproblemen bei Technologietiteln plus hohen Bewertungen sei übel, so der Experte. Auch Dirk Friczewsky, Finanzanalyst für Lynx Broker, blickt skeptisch in die verkürzte Handelswoche: "Politische Börsen könnten diesmal keine kurzen Beine haben."

Helfen fallende Kurse bei der Suche nach Räson?

John Vail, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters Nikko, warnt allerdings vor überzogenem Pessimismus. "Weder Präsident Trump noch die chinesische Führung wollen eine Krise auslösen. Beide werden sich bemühen, eine mögliche Eskalation zu vermeiden", prognostiziert Vail.

Donald Trump verkündet US-Steuerreform

Donald Trump: Steuerreform und Handelskonflikt. | Bildquelle: picture alliance / Carolyn Kaster/AP/dpa

Frank Klumpp, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg, versucht ebenfalls Positives an der Lage zu finden: Es bleibe zu hoffen, dass Trump wenigstens fallende Kurse des US-Leitindexes Dow Jones Industrial zur Räson bringen und sich so weitere Eskalationsschritte verhindern ließen. Der Aktienmarkt sei schließlich ein Berater, der sich nur schwer ignorieren oder gar auswechseln lasse. Ob das in der verkürzten Handelswoche allerdings zum Tragen kommt? Eine Gegenbewegung nach der jüngsten Korrektur ist natürlich jederzeit möglich, aber insgesamt sieht es doch eher trübe aus.    

Die Konjunkturdaten der Woche

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Was nächste Woche wichtig wird... [23.3.18]

Hilft vielleicht ein Blick auf das große Bild? Am Donnerstag werden die Daten zu den US-Konsumausgaben präsentiert. Am selben Tag steht außerdem das Barometer für die Stimmung der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago auf dem Terminplan. Hierzulande wird am Mittwoch der GfK-Index publiziert. Tags darauf wird die deutsche Inflationsrate bekanntgegeben. "Sie dürfte im März auf 1,9 Prozent steigen und damit dem EZB-Ziel von 'knapp unter zwei Prozent' entsprechen", prognostiziert Commerzbank-Analyst Marco Wagner. Die Fachleute der Postbank rechnen ebenfalls mit einem "recht deutlichen Anstieg der Verbraucherpreise um 0,6 Prozent gegenüber Februar, wodurch die Inflationsrate einen Sprung auf 1,8 Prozent machen dürfte".


Auch von Unternehmensseite werden noch Zahlen vorgestellt, auch wenn die Berichtssaison langsam endet. Vornehmlich aus der zweiten Reihe gibt es Geschäftsberichte zu lesen: Evotec, Nordex oder Singulus sind Namen, die eine Rolle spielen werden.

ts  

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