Ein Mann kämpft sich bei Wind und Wetter mit Regenschirm über eine Wiese

Italien, Brexit, Geschäftsberichte Dax: Stillstand oder Rückschritt?

Stand: 21.10.2018, 11:57 Uhr

In der kommenden Woche sollten sich die Anleger erneut auf zumindest holprige Zeiten einstellen: Neuigkeiten aus Italien werden den Investoren gar nicht gefallen. Natürlich dürfen die Anleger auf einen Schub durch die US-Berichtssaison hoffen.

Am Freitag war der Dax mit einem Abschlag von 0,3 Prozent bei 11.553,83 Punkten aus dem Handel gegangen. Auf Wochensicht gab es immerhin ein dürres Plus von 0,2 Prozent. In den USA legte der Dow in der vergangenen Woche um 0,4 Prozent zu, der S&P 500 trat auf der Stelle, während der Nasdaq um 0,6 Prozent nachgab. Vor allem die US-Berichtssaison könnte wieder für Kaufimpulse sorgen.   

Viele Berichte in den nächsten Tagen

Von den US-Firmen seien verstärkt positive Nachrichten zu erwarten, die den europäischen Aktienmärkten Auftrieb geben könnten, erklärte Felix Herrmann, Anlagestratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim Vermögensverwalter Blackrock. „Umgekehrt bedeutet die hohe Bedeutung der Berichtssaison allerdings auch, dass Aktien von Unternehmen, die nicht in der Lage sind, gute Zahlen und auch keine guten Geschäftsprognosen zu liefern, Probleme bekommen dürften.“ Lesen Sie hier unseren Ausblick.

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Was nächste Woche wichtig wird... [19.10.18]

Auch Andreas Lipkow von der Comdirect-Bank ist der Ansicht, das Wohl und Wehe beim Dax hänge weiter stark von den US-Börsen ab. Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets ist zumindest skeptisch, was die erhoffte Unterstützung durch die hiesigen Firmenbilanzen betrifft: „Die Berichtssaison hierzulande verläuft alles andere als befriedigend.“

Ob das so bleibt, werden wir ab Montag erfahren. In der kommenden Woche berichten unter anderem die Deutsche Bank, BASF oder Puma. Daimler hat die Investoren bereits mit einer Gewinnwarnung verärgert. Aus den USA freuen wir uns beispielsweise auf Alphabet, Intel oder Verizon.

Die Helaba erwartet Stillstand

Die Analysten der Helaba erwarten, dass sich die Schwächephase auch in der nächsten Woche fortsetzt. Das  jüngste Sitzungsprotokoll der US-Notenbank habe die Sorge vor einem aggressiveren Zinserhöhungskurs geschürt, was schließlich auch dem US-Dollar etwas Auftrieb gegenüber dem Euro verliehen habe. „Immerhin bewegen sich die Aktienmärkte wieder im Gleichlauf. Zuletzt ging es gemeinsam bergab, maßgeblich ausgelöst durch diese Zinsängste“, schreibt Helaba-Expertin Claudia Windt. Auf Wochensicht heiße das für den Dax bestenfalls Stillstand.

Präsident der Federal Reserve Jerome Powell

Der Präsident der Federal Reserve, Jerome Powell. | Bildquelle: Imago

Das hängt laut Windt natürlich auch mit den Brexit-Verhandlungen und der Lage in Italien zusammen. Die Ratingagentur Moody’s zieht bereits Konsequenzen aus der Schuldenpolitik und stufte die Kreditwürdigkeit des Landes herab.    

Wie sehr brummt die US-Konjunktur wirklich?

Hilft die Konjunktur weiter? Am Mittwoch wird der Konjunkturbericht der US-Notenbank, das „Beige Book“ veröffentlicht. Anleger erhoffen sich von der Konjunkturlage Hinweise auf den Zinskurs der Fed. Am Freitag werden die BIP-Zahlen für das dritte Quartal erwartet. "Wichtigster Wachstumstreiber war wohl einmal mehr der private Konsum, der von dem Beschäftigungsboom und den Steuersenkungen profitiert", so der Commerzbank-Experte Christoph Weil.

„Wir erwarten, dass der Aufschwung anhält, wenn auch mit geringerem Tempo, weil die Zinserhöhungen der Fed mehr und mehr das Wachstum bremsen und der fiskalische Impuls nächstes Jahr an Kraft verliert."

Menschen gehen mit Einkaufstüten über eine amerikanische Flagge

US-Konjunktur: Auf den Konsum kommt es an. | Montage: boerse.ARD.de, colourbox

In der Eurozone läuft die Konjunktur nicht so gut wie in den USA. Am Mittwoch werden die verschiedenen Einkaufsmanagerindizes publiziert. Die Indikatoren sollten sich allesamt weiterhin deutlich im expansiven Bereich bewegen und damit anhaltendes Wirtschaftswachstum bei allerdings nachlassender Dynamik signalisieren, meinen die Analysten der Postbank.

ts

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