Hingucker der Woche

Dax: Hoffnung auf weitere Kursgewinne Lockere Zentralbanken, lockere Anleger

Stand: 23.06.2019, 11:33 Uhr

Wenn die Zentralbanken ihre Geldpolitik lockern, sind das immer gute Nachrichten – zumindest für die Aktienmärkte. Außerdem fiebern die Investoren dem Treffen zwischen Trump und Xi Jinping entgegen.

In der vergangenen Woche bescherte die Hoffnung auf Zinssenkungen der US-Notenbank Fed dem Dax ein Kursplus von rund zwei Prozent. Auch die US-Börsen verzeichneten in der abgelaufenen Handelswoche Kursgewinne. Der Dow Jones legte 2,4 Prozent, der S&P 500 2,2 Prozent und der Nasdaq-Index drei Prozent zu. Aus Sicht der Investoren dürfte es gerne so weitergehen, aber sicher ist das keineswegs.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.391,28
Differenz relativ
+2,87%
S&P 500 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.999,13
Differenz relativ
+1,50%
Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
24.784,01
Differenz relativ
+1,27%

Die Geldpolitik in den USA und im Euroraum habe endgültig die Rolle rückwärts vollzogen, schreibt Helaba-Expertin Claudia Windt in ihrem Wochenausblick. „Anleger spekulieren nun nicht mehr auf das Ob, sondern viel-mehr auf Zeitpunkt und Höhe der geldpolitischen Maßnahmen.“

Aber Vorsicht bleibt angezeigt: „Man darf bei aller Euphorie über die neuen Billiggeld-Ankündigungen nicht vergessen, dass die Geldpolitik nur der Kit für das Wirtschaftswachstum ist, das wegen des schwelenden Handelsstreits droht in sich zusammenzufallen“, kommentieren die Marktbeobachter von CMC Markets. „Zanken sich die Streithähne USA und China aber in dieser Form weiter, dürfte auch der Kit irgendwann nicht mehr reichen und es kommt zu neuen Rissen.“ 

Präsident der Federal Reserve Jerome Powell

Präsident der Federal Reserve Jerome Powell. | Bildquelle: Imago

Und der Handelsstreit?

Im Handelskonflikt zwischen den USA und China schaut man bereits auf den G20-Gipfel Ende der neuen Woche in Japan. Dann ist ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping geplant.In den Führungsetagen der Unternehmen wünsche man sich nichts sehnlicher herbei als eine Einigung im Handelsstreit. US-Präsident Trump müsse  einen Weg finden, als Gewinner vom Feld ziehen zu dürfen, ohne dass die chinesische Seite ihr Gesicht verliert – ein nicht leichtes Unterfangen, finden die Fachleute von CMC Markets.

Anlagestratege Tobias Basse von der NordLB ist guter Hoffnung: „Möglicherweise kommt es sogar zu einer Art Waffenstillstand im Handelskonflikt zwischen den beiden Ländern. Nicht abwegig wäre auch eine medienwirksam verkündete grundsätzliche Einigung zwischen den beiden Regierungschefs.“

Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners warnt dagegen vor überzogenen Erwartungen an die Zusammenkunft XI/Trump. „Es ist klar, dass China und die USA einen Deal wollen. Klar ist aber auch, dass beide Seiten im Moment einen Deal zu unterschiedlichen Konditionen wollen.“

Donald Trump und Xi Jinping

Donald Trump und Xi Jinping. | Bildquelle: Imago

Robert Halver, Marktstratege bei der Baader Bank, weist noch auf ein weiteres potenzielles Krisenthema hin, die Lage im Iran: „Ein militärischer Konflikt zwischen den USA und dem Iran würde das Pulverfass Mittlerer Osten explodieren lassen. Leider kann man heutzutage nichts mehr ausschließen. Doch ist zu hoffen, dass die beteiligten Parteien - trotz beginnendem US-Wahlkampf - ihre Vernunft nicht verlieren.“

Wichtige Konjunkturdaten der Woche

Wie es um die Stimmung in der Wirtschaft hierzulande steht, wird gleich zum Start der neuen Woche das Ifo-Geschäftsklima für den Juni zeigen. Das Ifo-Geschäftsklima dürfte stabil ausfallen, meinen die Experten der Helaba. Die Dekabank erwartet dagegen sowohl bei der Lagebeurteilung als auch bei den Geschäftserwartungen spürbare Rückgänge. Die Rückkehr der deutschen Wirtschaft auf einen Wachstumskurs im ersten Quartal scheine nur vorübergehend gewesen zu sein.

„Die globale Abschwächung, heimische Probleme und die zahlreichen Unsicherheitsfaktoren, angefangen beim internationalen Handelsstreit über den Brexit bis hin zu Italien, scheinen der deutschen Wirtschaft doch stärker und nachhaltiger zuzusetzen.“

Am Freitag wird in den USA der Preisindex für die Konsumausgaben (PCE-Deflator) erwartet. Dabei handelt es sich um ein Inflationsmaß, das von der US-Notenbank Fed stark beachtet wird. Im April hatte die PCE-Inflationsrate noch bei 1,5 Prozent und damit deutlich unter dem von der Fed anvisierten Inflationsziel von zwei Prozent gelegen. Nach Einschätzung des Experten Christoph Weil von der Commerzbank bleibt die Teuerung in den USA aus Sicht der Fed weiterhin zu niedrig.

ts

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