Ein Mann kämpft sich bei Wind und Wetter mit Regenschirm über eine Wiese

Zollstreit, Italien, Brexit Dax vor dürftigen Zeiten

Stand: 11.11.2018, 12:19 Uhr

Marktbeobachter sehen derzeit einen Cocktail aus Störfaktoren wirken. Und es sieht nicht unbedingt danach aus, als könnte die Berichtssaison für starke Aufwärtsimpulse sorgen. Anleger sollten sich deshalb auf weitere Turbulenzen einstellen.

In der vergangenen Woche trat der Dax in etwa auf der Stelle. Am Freitag war er auf 11.529,16 Punkten aus dem Handel gegangen. In den USA lief es besser: Im Wochenvergleich stieg der Dow um 2,8 Prozent, der S&P 500 um 2,1 Prozent und der Nasdaq-Index um 0,7 Prozent. Viele Experten rechnen nicht damit, dass der deutsche Leitindex in der kommenden Woche den Abstand zu den USA verringern wird.  

„Hängepartie wird weitergehen“

Gregor Kuhn, Marktbeobachter bei Emden Research sieht derzeit eine „wackelige Gemengelage“: „Als Belastungsfaktoren verbleiben nach wie vor ein möglicher chaotischer Brexit, der Schuldenkonflikt rund um Italiens Haushalt sowie vorneweg der Zollstreit zwischen den USA und China. Zudem lauern potentielle geopolitische Risiken im Hintergrund.“

„Der derzeitige Cocktail aus Störfaktoren dürfte die Börsen auch weiterhin beschäftigen“, sagt auch der Leiter der Vermögensberatung beim Bankhaus Bauer, Thomas Metzger. So lange nicht ein oder zwei der geopolitischen Bremsklötze - wie der Handelsstreit oder die Brexit-Verhandlungen - wegfielen, werde die Hängepartie weitergehen.

Allein schon die politische Agenda der kommenden vier Wochen biete genügend Stoff für signifikant schwankende Märkte, von Konjunktursorgen und anstehenden Notenbankentscheidungen ganz abgesehen, kommentiert Robert Greil, Marktstratege von Merck Finck Privatbankiers.

Britische und Europa-Flagge - davor ein One Way-Schild

Brexit. | Bildquelle: picture alliance / Yui Mok/PA Wire/dpa

Das Finale der Berichtssaison

In der kommenden Woche werden uns noch einmal jede Menge Firmenbilanzen präsentiert. Aber ob davon die erhofften Impulse ausgehen werden?  Nach den bislang vorgelegten Quartalsberichten sowie zahlreichen Gewinn- und Umsatzwarnungen könne nicht ohne Weiteres von positiven Nachrichten ausgegangen werden, warnte LBBW-Analyst Frank Klumpp.

Aus dem Dax werden sieben Konzerne berichten, außerdem zahlreiche Unternehmen aus der zweiten und dritten Börsenliga. Infineon, Lanxess und Talanx machen den Aufschlag am Montag. Am Dienstag folgen unter anderem Bayer, Innogy, Uniper und die Aareal Bank. Zur Wochenmitte legen dann aus dem Dax Merck, Linde, RWE und Eon Zahlen vor. Henkel folgt am Donnerstag.

Eon-Chef Johannes Teyssen (l) und RWE-Chef Rolf Martin Schmitz geben sich die Hände

Eon-RWE-Handschlag. | Bildquelle: dpa

Die Konjunkturdaten der Woche

In der nächsten Woche werden die Zahlen zum deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) publiziert. „Nach den jüngsten Daten zu Industrieproduktion und Außenhandel, die die verhaltene wirtschaftliche Dynamik der letzten Monate bestätigt haben, gehen wir nunmehr sogar davon aus, dass das deutsche BIP im 3. Quartal lediglich stagniert hat. Selbst eine moderate Schrumpfung ist nicht vollständig ausgeschlossen“, schreiben die Experten der Postbank. Zudem werden die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erwartet.

Der Wochenausblick mit Dr. Detlev Landmesser
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Was nächste Woche wichtig wird... [9.11.18]

Aus den USA erwarten wir die neuen Inflationszahlen, die wichtig für die Geldpolitik der US-Notenbank sind. Von Interesse sind aber auch Umsatzzahlen aus dem Einzelhandel. Sie geben Auskunft über die Stärke des privaten Konsums. Schließlich stehen Produktionsdaten aus der Industrie an.

ts

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Die Hingucker der Woche Zahlen über Zahlen

<strong>Infineon</strong><br/>Am Montag wird Infineon über das dritte Quartal berichten. Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung vor Quartalszahlen auf "Overweight" mit einem Kursziel von 25,50 Euro belassen. Analyst Sandeep Deshpande glaubt, dass der Chiphersteller seine gesteckten Ziele erreicht oder sogar übertroffen haben wird - trotz der Bedenken am Markt hinsichtlich der Schwäche der Automobil- und Industrie-Endmärkte insbesondere in China. : Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate

Infineon
Am Montag wird Infineon über das dritte Quartal berichten. Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung vor Quartalszahlen auf "Overweight" mit einem Kursziel von 25,50 Euro belassen. Analyst Sandeep Deshpande glaubt, dass der Chiphersteller seine gesteckten Ziele erreicht oder sogar übertroffen haben wird - trotz der Bedenken am Markt hinsichtlich der Schwäche der Automobil- und Industrie-Endmärkte insbesondere in China.