Hingucker der Woche

Weitere Kursrückgänge drohen Dax: Gedrückte Stimmung zum Geburtstag

Stand: 01.07.2018, 12:12 Uhr

Der Dax hat 30. Geburtstag, aber die Stimmung ist ziemlich bescheiden: Handelskonflikt und Konjunktursorgen verderben die erhoffte Party. Jetzt richten die Anleger sogar bange Blicke auf die 12.000er Marke.

In der vergangenen Woche büßte der Dax rund 2,2 Prozent ein. Nur dank eines gelungenen Wochenabschlusses wurde es nicht mehr. Auch in den USA herrschte Tristesse: Im Wochenvergleich ergab sich für den Dow ein Minus von 1,3 Prozent, der S&P 500 fiel ebenfalls 1,3 Prozent, der Nasdaq büßte 2,4 Prozent ein. Auch in der kommenden Woche dürfte der Dax angeschlagen bleiben.

Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
24.349,00
Differenz relativ
-0,13%

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10.744,77
Differenz relativ
-0,40%
S&P 500 (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.627,79
Differenz relativ
-0,18%

Es könnte noch weiter abwärts gehen

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„Zuletzt hatten die politische Unsicherheit in Europa und der sich zuspitzende Handelsstreit mit den USA den Anlegern den Risikoappetit verdorben“, kommentiert Helaba-Marktanalyst Markus Reinwand. Das seien aber nicht die einzigen Gründe, erklärte er. Die Kursrückgänge seit dem Dax-Hoch im Januar bei fast 13.600 Punkten entsprächen dem Muster früherer Phasen rückläufiger Konjunkturindikatoren. Die laufende Korrektur am Aktienmarkt dürfte sich daher noch bis in den Herbst hinein fortsetzen.

„Das wird eine hektische Woche“, sagt Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Fraglich sei, ob der Dax die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten halten könne.

Handelskonflikt nicht ausgestanden

Marktbeobachter Jochen Stanzl von CMC Markets beschreibt sehr bildhaft die aktuelle Stimmung: „Mit Sicherheit lässt sich über den Handelskonflikt nur eines sagen: Er ist gewiss nicht ausgestanden. Verlässliche globale Wirtschaftsstrukturen wanken und damit nimmt die Halbwertzeit von Trends an den Börsen rapide ab. Die Stimmung auf dem Parkett gleicht dem Wetter am Meer: Gerade schien noch die Sonne, dann gibt es Starkregen und ein heftiges Gewitter mit Donner und Blitzen.“

Auch die politische Situation in Berlin bleibt ein Faktor. Ein Bruch der Regierungskoalition sei noch nicht vom Tisch, warnte Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer. Normalerweise gelte der Spruch ‚Politische Börsen haben kurze Beine‘, sagte Aktienexperte Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank. Das Risiko sei aber, dass die aktuelle politische Börse kein kurzes Intermezzo sei, sondern Investoren noch länger beschäftigen werde.   

Angela Merkel und Horst Seehofer

Merkel vs. Seehofer. | Bildquelle: picture alliance/Ulrich Baumgarten

Konjunktursorgen in Deutschland

Da die Berichtssaison noch ein wenig auf sich warten lässt, richten die Investoren hierzulande ihre Blicke auf die Auftragseingängen der Industrie am Donnerstag und die Industrieproduktion im Mai am Freitag. Analyst Michael Holstein von der DZ Bank geht von einem Rückgang aus. „Das verschlechterte internationale Umfeld wirkt sich dämpfend auf die Aktivität im deutschen Industriesektor aus."

„Die Sorgenfalten bei den Unternehmen werden tiefer, Investitionsentscheidungen werden aufgrund der Gemengelage verzögert und müssen neu überdacht werden", schrieb die Dekabank. "Alles in allem sind das keine guten Voraussetzungen für eine Belebung der Produktion."

In den USA steht am Montag der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe an. Am Donnerstag gibt dann der private Jobvermittler ADP einen Vorgeschmack auf die offiziellen Beschäftigungszahlen der US-Regierung am Freitag. Analysten der Commerzbank rechnen mit einem Zuwachs von 185.000 Stellen. Auch die Löhne werden ihnen zufolge leicht zulegen. Wegen des Unabhängigkeitstags der USA bleibt die Wall Street übrigens am Mittwoch geschlossen.

ts

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