Hingucker der Woche

Hoffnung auf Fortsetzung der Rally Dax: Was bringt uns der Mai?

Stand: 28.04.2019, 11:41 Uhr

Nach der Osterwoche könnten sich die Investoren zunächst einmal zurückhalten, meinen Experten. Insgesamt überwiegt derzeit aber der Optimismus – wenn die Konjunkturzahlen und die Bilanzsaison mitspielen.

In der alten Woche legte der Dax insgesamt etwa ein halbes Prozent zu und schloss auf 12.315 Zählern. Im Wochenvergleich gab der Dow Jones dagegen 0,1 Prozent nach, der S&P 500 stieg um 1,2 Prozent und der Nasdaq rückte um 1,9 Prozent vor. Natürlich hoffen die Anleger darauf, dass der deutsche Leitindex weiter nach oben kraxelt.

Starke chinesische Industriedaten vom Wochenende könnten dabei helfen, auch ist es nicht ausgeschlossen, dass im handelsstreit mit den USA Fortschritte erzielt werden. Trotzdem dürften Investoren zunächst vorsichtig bleiben.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
28.120,47
Differenz relativ
+0,77%
S&P 500 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.167,47
Differenz relativ
+0,85%

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13.221,64
Differenz relativ
+0,57%

Hält die Risikofreude an?

Andreas Büchler, Chart-Analyst von Index-Radar, hält eine Kaufpause für denkbar: „Der Deutsche Aktienindex trifft in der näheren Zukunft auf keine nennenswerten charttechnischen Widerstände mehr. Allerdings wird er aus statistischer Sicht bereits wieder reif für die nächste Atempause. Nach einer Unterbrechung sind die weiteren Aussichten jedoch positiv“, schreibt der Experte aus charttechnischer Sicht.

Etwas skeptischer zeigt sich Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt & Leiter Research bei der DZ Bank:  Die größere Risikofreude der Investoren müsse nicht anhalten. „Die Risiken für die globale Konjunktur sind nicht verschwunden, und bislang bleiben die Perspektiven für die Weltwirtschaft angeschlagen. Die aktuelle Stimmungsaufhellung dürfte also anfällig für Rückschläge bleiben.“

„Wir gehen davon aus, dass sich in den kommenden Quartalen eine Stabilisierung des Wachstums einstellen wird, angeführt von den USA und China", sagt dagegen Esty Dwek, Chef-Anlagestratege beim Vermögensverwalter Natixis. Eine anhaltende Rally brauche aber die fundamentale Unterstützung durch ordentliches Wachstum der Unternehmensgewinne.

Mit schrumpfenden Überschüssen ist zu rechnen

Und wie es um das Wachstum der Unternehmensgewinne bestellt ist, werden wir erfahren, denn noch immer läuft die Berichtssaison auf Hochtouren. In den USA müsse erstmals seit zehn Quartalen mit schrumpfenden Überschüssen gerechnet werden, warnt Richard Turnill, Chef-Anlagestratege des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock. Das Hauptaugenmerk liege daher auf dem Umfang des Rückgangs und die Entwicklung der Gewinnmargen.   

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Was nächste Woche wichtig wird... [26.4.19]

In Deutschland werden jede Menge Konzerne aus der ersten und zweiten Reihe berichten. Am Montag sind der Kunststoff-Hersteller Covestro und die Deutsche Börse an der Reihe, Beiersdorf, Lufthansa und VW werden folgen. Aus dem Ausland legen unter anderem die Google-Mutter Alphabet, der iPhone-Macher Apple sowie Berkshire Hathaway, die Investmentfirma des Börsengurus Warren Buffett, Zahlen vor.

Wie es um die Wirtschaft steht

Auch zahlreiche Konjunkturdaten werden Beachtung finden. Vor allem der monatliche US-Arbeitsmarktbericht am Freitag dürfte wichtig sein. Er rechne mit dem Aufbau von 210.000 Stellen, sagt Commerzbank-Analyst Christoph Weil. Einer Umfrage des Datenanbieters Refinitiv zufolge erwarten Experten im Schnitt ein Plus von 180.000. Auch die ISM-Stimmungsindikatoren für das Verarbeitende Gewerbe stehen auf der Agenda.

US-Arbeitsmarktdaten. | Bildquelle: picture alliance / dpa

In der Eurozone warten wir auf frische BIP-Daten. Die Commerzbank erwartet ein Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. "Damit sollte das Rezessionsgespenst etwas an Schrecken verlieren", kommentierte Volkswirt Christoph Baltz. Die andauernde Rezession in der Industrie sei durch eine stärkere Zunahme der Bauproduktion und eine anhaltende Expansion des Dienstleistungssektors mehr als wettgemacht worden. Besonders beachtet werden zudem die Verbraucherpreise.

ts

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