Hingucker der Woche

Die Stimmung ist glänzend Dax: Jetzt schlägt die Stunde der Bilanzen

Stand: 22.04.2019, 11:05 Uhr

Die Chancen für eine Fortsetzung der Frühlingsrally stehen nicht schlecht – jedenfalls wenn die Unternehmensbilanzen stimmen und das Thema Handelskonflikt keine Renaissance erlebt. Auch auf Neuigkeiten über die deutsche Bankenfusion wird kräftig spekuliert.

Vor den Osterfeiertagen ging es für den Dax sieben Tage am Stück aufwärts, am Gründonnerstag erreichte er mit 12.243 Punkten ein Sechseinhalb-Monats-Hoch. Auf Wochensicht machte das ein Plus von rund zwei Prozent. Im April legte der Dax bislang rund sechs Prozent zu. In der nun folgenden verkürzten Handelswoche werden jede Menge Unternehmensbilanzen publiziert. Nichts zuletzt vom Erfolg der Unternehmen wird die Richtung abhängen, die der deutsche Leitindex einschlagen wird.   

„Frühlingsgefühle gehen in Verlängerung“

„Aus unserer Sicht ist nun entscheidend, wie die Firmenlenker bei der Vorlage ihrer Quartalszahlen den weiteren Jahresverlauf einschätzen“, sagt Investmentstratege Alexander Lukas von der Weberbank. „Themen wie der Handelskonflikt, der Brexit und das allgemeine Wirtschaftsumfeld spielen dabei die zentrale Rolle.“

Robert Halver, Marktstratege bei der Baader Bank ist optimistisch: „Da laut Umfragen offensichtlich das Vertrauen in die Lösung der (handels-)politischen Konflikte und damit in die Konjunktur wieder wächst, sollten die Ausblicke aufgehellter ausfallen. Halver meint: „Die Frühlingsgefühle am Aktienmarkt gehen in die Verlängerung. Allerdings darf sich der schwarze Schwan eines nicht endenden Handelskonflikts nicht zeigen. Er wäre der Party Crasher.“ 

Zu pessimistische Schätzungen?

Hilfe aus den USA ist ebenfalls nicht ausgeschlossen, wenn die Flut der Berichte losgeht. Investmentstratege Mislav Matejka von JPMorgan rechnet perspektivisch mit neuen historischen Höchstkursen und begründet dies mit den zu pessimistischen Erwartungen an die Quartalsergebnisse. Noch im Oktober habe der Markt einen Anstieg der Quartalsgewinne aller 500 Unternehmen des S&P 500 auf Jahressicht um neun Prozent erwartet. Nunmehr aber rechneten Analysten mit einem Rückgang der Gewinne um zwei Prozent, führte Matejka aus. Das aber sei zu tief gestapelt.

Unter anderem erwarten wir die Quartalsergebnisse von SAP, Novartis und Boeing. Am Freitag präsentiert sich Daimler. Im Bankensektor fiebern Investoren Nachrichten zu den Fusionsbemühungen von Commerzbank und Deutscher Bank entgegen. Spätestens am Freitag bei der Vorlage der Quartalszahlen wird sich Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing in die Karten schauen lassen müssen.

Und die Konjunktur?

„In der Woche nach Ostern werden weltweit kaum erstrangige Indikatoren veröffentlicht. Dennoch sind Schwergewichte wie das Ifo-Geschäftsklima aus Deutschland und eine erste Schätzung für das Wachstum der US-Wirtschaft in Q1 auf dem Kalender zu finden“, schreibt Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank.

„Bereits am Mittwoch dürfte der Ifo-Index für die gesamte deutsche Wirtschaft eine zweite leichte Verbesserung in Folge zeigen. Erst am Freitagnachmittag werden die Daten für das US-Bruttoinlandsprodukt bekannt gegeben, wir rechnen mit einer weiteren Verlangsamung des Wirtschaftswachstums“, so Bielmeier.

ts

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