Ein Mann kämpft sich bei Wind und Wetter mit Regenschirm über eine Wiese

Die 12.000 Punkte rücken näher Dax: Skepsis ist angebracht

Stand: 07.10.2018, 12:04 Uhr

Die Zinsen am Kapitalmarkt steigen: Wenn Anleihen attraktiver werden, ist das ein schlechtes Signal für den Aktienmarkt. Die Anleger setzen Ihre Hoffnungen jetzt auf die Berichtssaison.

Am Freitag war der Dax mit einem Abschlag von 1,1 Prozent bei 12.111 Zählern aus dem Handel gegangen. Auf Wochensicht gab der deutsche Leitindex rund ein Prozent nach, der EuroStoxx 50 büßte knapp zwei Prozent ein. "Der Trend zeigt derzeit nach unten", sagte ein Händler.

Auch in den USA ging es abwärts. Im Wochenvergleich ergab sich für den Dow ein moderates Minus von 0,04 Prozent, der S&P 500 fiel um ein Prozent zurück, der Technologieindex Nasdaq büßte gar 3,2 Prozent ein. Bringt die startende Berichtssaison eine Trendwende?

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
10.708,69
Differenz relativ
-0,74%
EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
3.040,09
Differenz relativ
-0,60%
S&P 500 (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
2.625,29
Differenz relativ
-0,27%

„Renditeträchtige Anlagealternativen“

„Ein Mix an Belastungsfaktoren drückt derzeit auf die Stimmung“, sagt Analyst Frank Klumpp von der Landesbank Baden-Württemberg. Er nennt unter anderem die Schuldenprobleme Italiens sowie den Zollstreit zwischen China und den USA, bei dem sich keine Lösung abzeichnet.

Hinzu kommen die anziehenden Renditen auf dem Anleihemarkt: „Mit dem Sprung auf 3,2 Prozent dürften sich US-Staatsanleihen nachhaltig im Bereich oberhalb der 3-Prozent-Marke einnisten. Auslöser waren Äußerungen von Fed-Chef Jerome Powell, der mit Hinweis auf die äußerst robuste US-Konjunktur einen strafferen geldpolitischen Kurs angedeutet hat“, schreiben die Fachleute der Helaba in ihrem Wochenausblick.

Jerome Powell

Jerome Powell. | Bildquelle: Imago

Risiken nehmen zu

Steigende Zinsen seien potentielles Störfeuer für die Aktienmärkte, da sich gegenüber Anteilsscheinen nun wieder zusehends renditeträchtige Anlagealternativen ergäben, meint Gregor Kuhn, Marktbeobachter von Emden Research.

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Auch die charttechnische Sicht gibt zu denken: Der Dax hat die von den Chartexperten der UBS ermittelte Handelsspanne zwischen 12.175 und 12.390 Punkten jetzt verlassen. Unter 12.190 Punkten droht den UBS-Experten zufolge ein Rutsch auf 11.726 Punkte. Das mehrfache Scheitern an der Widerstandszone bei 12.302/12.333 Punkten mache deutlich, dass die Risiken für einen Rücksetzer deutlich zunähmen, meinen auch die Fachleute der Helaba.

Die US-Banken präsentieren sich

Immerhin beginnt die Berichtssaison, die immer gut für positive Impulse ist. Am kommenden Freitag legen die US-Großbanken JPMorgan, Citigroup und Wells Fargo ihre Quartalsberichte vor. Hierzulande zeigen sich beispielsweise Cropenergies am Mittwoch mit endgültigen Quartalszahlen, gefolgt vom Mutterkonzern Südzucker am Donnerstag.

New York Stock Exchange

New York Stock Exchange. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Auch Konjunkturdaten stehen an. Aus den USA erwarten wir neue Inflationsdaten. „An dem Bild eines moderaten Inflationsdrucks wird sich wohl nicht viel ändern, auch weil der starke Dollar den Preisauftrieb dämpft“, hieß es in einem Ausblick der Commerzbank. Zum Wochenschluss werden wir noch über das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan informiert.

Hierzulande stehen Zahlen zur Industrieproduktion an. Im Jahresverlauf stünden bislang fünf Rückgängen der Produktionstätigkeit im Vormonatsvergleich lediglich zwei – zugegebenermaßen kräftige – Anstiege gegenüber. „Wir sind positiv gestimmt, dass diesen im August ein weiterer gefolgt sein sollte und rechnen mit einem Zuwachs des Outputs um 0,6 Prozent, schreiben die Analysten der Postbank.

ts

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