MTU-Triebwerk
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Aktie zu heiß gelaufen Dax-Neuling MTU steuert auf Rekordjahr zu

Stand: 25.10.2019, 10:37 Uhr

Die Geschäftszahlen des Triebwerksherstellers sind prächtig, die Aussichten blendend, die Auftragsbücher voll. Dennoch rutscht die Aktie des Dax-Neulings MTU am Freitag empfindlich abwärts. Marktbeobachter haben gleich mehrere Erklärungen dafür.

Die Luft ist für den Titel offenbar zu dünn geworden, so zitiert die Nachrichtenagentur dpa-AFX am Freitagvormittag mehrere Marktteilnehmer mit Blick auf den Kursrücksetzer der Titel des Dax-Aufsteigers. Ein "Charttop" nach dem Rekordstand, der bereits im September erreicht worden ist, sei nun immer wahrscheinlicher - soll heißen, bis sich die Aktie in Richtung neuer historischer Höchststände aufmacht, könnte es eine Weile dauern.

Immer noch 45 Prozent Plus

Vielen Investoren scheint die MTU-Aktie bewertungstechnisch ein wenig aus dem Ruder gelaufen zu sein. Der Jahreszuwachs beim Kurs hatte mit dem Erreichen des Bestwerts von 257,20 Euro sage und schreibe 62 Prozent betragen. Und noch immer liegt der Titel seit Jahresbeginn mit 45 Prozent im Plus.

Das mag trotz der guten Ergebnisse und des Geschäftsausblicks derzeit zu viel für Anleger sein, die auch gerne einmal Gewinne "mitnehmen". Die starke Nachfrage nach neuen Passagierjets hat dem Triebwerksbauer MTU im Sommer ein überraschend starkes Gewinnplus eingebracht. Zwar ging der Umsatz im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp ein Prozent auf 1,16 Milliarden Euro zurück. Doch das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) legte um gut zehn Prozent auf 192,5 Millionen Euro zu. Das war mehr als von Analysten im Schnitt erwartet. Der Überschuss wuchs um sechs Prozent auf 125,5 Millionen Euro.

Für vier Jahre ausgelastet

Und auch die Auftragsbücher sind weiterhin voll. Der Auftragsbestand bis Ende September ist sogar auf den Rekordwert von 20,8 Milliarden Euro geklettert. Dies entspricht laut MTU rechnerisch einer Auslastung mehr als vier Jahren, so Finanzchef Peter Kameritsch.

Nachdem der Vorstand seine Gewinnprognose bereits im Sommer leicht angehoben hatte, sieht Konzernchef Reiner Winkler das Unternehmen nun auf Kurs zu seinen Zielen für 2019. Der Umsatz soll von 4,6 Milliarden Euro im Vorjahr auf 4,7 Milliarden Euro steigen. Davon sollen rund 16 Prozent als operatives Ergebnis bei MTU hängen bleiben. Offenbar aber leider nicht genug für Anleger.

AB

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