Blick über München mit der Frauenkirchen vor weiß-blauem Himmel

MTU-Aufstieg München: So geht Dax-Hauptstadt

Stand: 05.09.2019, 11:08 Uhr

Nicht nur in der Bundesliga, auch in der Börsenliga gehört München zur unangefochtenen Königsklasse. Mit dem Aufstieg des Triebwerkbauers MTU weitet die bayerische Hauptstadt ihren Spitzenplatz noch aus. Die politische Hauptstadt Berlin hat wieder einmal das Nachsehen.

Dabei standen die Chancen eigentlich gut, dass endlich auch ein Unternehmen aus Berlin in den Dax aufsteigt. Doch die eigentumsfeindlichen Ideen der in der Hauptstadt mitregierenden Linken haben den Börsenwert des Dax-Kandidaten Deutsche Wohnen so erheblich geschwächt, dass nun ein weiteres Unternehmen aus München in die erste Börsenliga aufsteigt.

Dabei ist die bayerische Hauptstadt ohnehin längst der führende Wirtschaftsstandort in Deutschland. Mit MTU zählt die Stadt und ihre Umgebung inzwischen sieben Dax-Firmen mit einer Börsenkapitalisierung von 289 Milliarden Euro: Allianz, Siemens, BMW, Münchener Rück, Infineon, Wirecard und ab 23. September auch MTU.

Wo die Dax-Unternehmen sitzen

Wo die Dax-Unternehmen sitzen. | Bildquelle: Eigene Recherche, Grafik: boerse.ARD.de

Zählt man den Gasehersteller Linde hinzu, bringen es die Dax-Unternehmen der Stadt sogar auf einen Marktwert von 382,5 Milliarden Euro. Allerdings hat Linde nach dem Zusammenschluss mit Praxair seinen juristischen Sitz nach Großbritannien verlegt.

Unangefochtene Dax-Hauptstadt

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Doch auch ohne Linde kann München seinen Platz als die unangefochtene Dax-Hauptstadt mühelos verteidigen. Überraschend ist das nicht, denn der Süden Deutschlands hat sich schon seit Jahren als das alles überragende Schwergewicht der deutschen Wirtschaft etabliert. Dazu passt, dass auch das mit 136 Milliarden Euro wertvollste deutsche Unternehmen, SAP, in Süddeutschland sitzt, genauer gesagt in Walldorf südlich von Heidelberg.

Mit München und Umgebung, Walldorf, Herzogenaurach, Stuttgart und Heidelberg finden sich mehrere süddeutsche Städte in der ersten Börsenliga wieder, mit einen Gesamtwert von knapp 740 Milliarden Euro.

Rhein-Main-Gebiet zurückgefallen

Deutlich zurückgefallen ist das Rhein-Main-Gebiet. So beherbergt die Stadt Frankfurt nur noch drei Dax-Unternehmen: die Deutsche Bank, die Deutsche Börse und Lufthansa. Das einstige Dax-Gründungsmitglied Commerzbank musste in den MDax absteigen. Andere Dax-Mitglieder wie die Dresdner Bank oder die Metallgesellschaft sind längst vom Kurszettel verschwunden.

Aber auch die Deutsche Bank ist nach dem spektakulären Abstieg der letzten Jahre nur noch ein Schatten ihrer selbst, der Börsenwert auf magere 14 Milliarden Euro geschrumpft. Die Lufthansa wird nur noch mit 6,7 Milliarden Euro bewertet. Auch die beiden ebenfalls im Dax vertretenen Gesundheitskonzerne FMC und Fresenius, die in Bad Homburg sitzen, aber stets zum Standort Frankfurt gezählt werden, haben seit Ende letzten Jahres erheblich an Wert verloren.

Zählt man auch den Wert der im Dax notierten Vorzüge des Pharmakonzerns Merck aus Darmstadt hinzu, schafft es der Börsenwert der im Rhein-Main-Gebiet ansässigen Dax-Firmen auf gerade einmal 103 Milliarden Euro - ein gutes Drittel dessen, was die Münchner Firmen auf die Waage bringen.

Positive Entwicklung in NRW

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Eine positive Entwicklung hat sich dagegen in Nordrhein-Westfalen vollzogen: Mit den fünf Städten Bonn (Deutsche Telekom, Deutsche Post) Essen (RWE und Eon), Düsseldorf (Henkel), Leverkusen (Bayer und Covestro) und Bochum (Vonovia) schafft es das Bundesland auf einen gemeinsamen Börsenwert der Dax-Firmen von rund 254 Milliarden Euro. Die Neuausrichtung der alteingessenen Firmen und die zentrale Lage in Europa haben die Lage der dortigen Wirtschaft verbessert. Lediglich Köln hat davon noch nicht profitieren können. Und auch Essen verliert nun mit Thyssenkrupp eines seiner Dax-Unternehmen.

lg