Frau mit Fernglas

Italien im Fokus Dax: Gegenwind von der Politik?

Stand: 21.05.2018, 11:35 Uhr

Kann sich der Dax in der kommenden Woche über der Marke von 13.000 Punkten halten? Es könnte in der verkürzten Woche durchaus zu Turbulenzen kommen, warnen Fachleute. Der Blick nach Italien sorgt für Unruhe.

Eigentlich sollte die Stimmung ja bestens sein: Der Dax notiert einigermaßen solide über 13.000 Punkten, im Sorgenmonat Mai an den Börsen hat er bislang um rund vier Prozent zugelegt, in der vergangenen Woche lag das Plus immerhin bei 0,6 Prozent. Trotzdem steigt mit den Kursen die Skepsis und dafür gibt es auch einige Gründe.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Woche
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Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum 1 Woche
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Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 1 Woche
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Unangenehme Erinnerungen

„Ich bin nicht optimistisch, vor allem wegen der zunehmenden politischen Unsicherheiten“, sagt Finanzmarktexpertin Valerie Plagnol vom Vermögensverwalter Werthstein. In Italien sieht es danach aus, als stünde die Regierungsbildung zwischen der Fünf-Sterne-Bewegung und der rechtspopulistischen Lega bevor. Diese Koalition plant offenbar eine Abkehr vom Sparkurs. Italien gehört weltweit zu den Ländern mit der höchsten Staatsverschuldung. Am Freitag hatten sowohl Euro als auch der italienische Leitindex MIB signifikant eingebüßt.

Euromünze halb im Wasser vor italienischer Fahne

Finanzkrise in Italien. | Bildquelle: Imago

"Dadurch werden Erinnerungen an die Anfangszeit der amtierenden griechischen Regierung wach, die 2015 die Konfrontation mit Brüssel suchte, was erhebliche Marktturbulenzen ausgelöst hatte", sagt Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank.

Auch Korea-Konflikt und die angedrohten neuen US-Sanktionen gegen Iran könnten zum Thema werden. Ein dadurch entstehender Angebotsengpass bei Rohöl könnte den zuletzt anziehenden Ölpreis weiter heben. Martin Hüfner, Chef-Volkswirt des Vermögensverwalters Assenagon, beschwichtigt: „Lassen Sie sich von politischen Krisen und Veränderungen nicht ins Bockshorn jagen. In den allermeisten Fällen zeigt sich, dass Wirtschaft und Börsen davon nicht stärker tangiert werden.“

Viele Hauptversammlungen stehen an

Da die Berichtssaison so langsam zu Ende geht, richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf die vielen anstehenden Hauptversammlungen. Am kommenden Donnerstag ist die Deutsche Bank an der Reihe. Von kritischen Fragen an Vorstand und Aufsichtsrat darf man ausgehen. Am Freitag lädt der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer ein. Vieles dürfte sich um die geplante Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto drehen. Die Zustimmung in den USA steht noch aus, ebenso wie die Höhe der zur Finanzierung des Kaufs geplanten Kapitalerhöhung.

Deutsche Bank Aufsichtsratschef Paul Achleitner

Deutsche Bank Aufsichtsratschef Paul Achleitner: Wird auf gute Fragen vorbereitet sein. | Bildquelle: picture alliance / Boris Roessler/dpa

Nur wenige Konjunkturdaten

In der verkürzten Handelswoche stehen nur wenige Konjunkturdaten auf dem Terminplan. Am Mittwoch stehen die Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone, Deutschland und Frankreich auf dem Kalender. Am Freitag wird mit dem Ifo-Geschäftsklima der wichtigste Konjunkturindikator für die deutsche Wirtschaft erwartet. „Wir gehen wir davon aus, dass sich der ifo-Geschäftsklimaindex stabilisiert. Wir rechnen mit einem marginalen Anstieg um 0,1 auf 102,2 Punkte“, schreibt die Postbank.

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Was nächste Woche wichtig wird... [18.5.18]

In den USA werden am Freitag die Auftragseingänge für langlebige Güter veröffentlicht. Analysten rechnen zwar mit einem Rückgang, der jedoch durch sinkende Flugzeugbestellungen bedingt sein dürfte. Die Kapitalgüter (ohne Flugzeuge und Militärgüter) dürften dagegen zulegen, was auch auf eine anhaltende Investitionsfreude der Unternehmen hinweisen würde.

ts

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Die Hingucker der Woche Jede Menge Hauptversammlungen

<strong>Shell:</strong> Am Dienstag wird einer der bedeutendsten Ölkonzerne der Welt, Shell, die HV abhalten.<strong> </strong><strong> </strong><strong> </strong>Die Schweizer Großbank UBS hat das Kursziel für Shell unlängst von 2.675 auf 3.000 Pence angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Die Fundamentaldaten der weltweit wichtigsten Ölkonzerne seien angesichts steigender Ölpreise weiterhin positiv, schrieb Analyst Jon Rigby. Sein "Top Pick" im Sektor bleiben die Shell-Aktien.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate

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