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Wirecard-Aufstieg gilt als sicher Neu gemischt: Großes Ringelreihn in Dax & Co.

Stand: 05.09.2018, 08:35 Uhr

Heute Abend wird es spannend für die erste deutsche Börsenliga: Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die Commerzbank-Aktie ihren Platz für den Zahlungsdienstleister Wirecard räumen müssen. Die Neuordnung der anderen Leitindizes sorgt außerdem für ein buntes Index-Kuddelmuddel.

Mehr Technologie, weniger Finanzen im Dax. Der Austausch der Commerzbank-Aktie durch die Titel von Wirecard gewichtet auch die Branchen im Indexoberhaus neu. Mit SAP, Infineon und der Telekom zusammen sind ab dem 24. September wohl vier Tech-Titel im Index vertreten.

Dax-Dinosaurier verschwindet

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
6,66
Differenz relativ
-2,75%

Der Abstieg der Commerzbank in den MDax gilt nach Indexexperten schon vor der offiziellen Bekanntgabe durch die Deutsche Börse heute Abend als sicher. Das Unternehmen hat nur noch einen Marktwert von rund zehn Milliarden Euro. Die Commerzbank-Aktie war seit der Gründung des Index' im Jahr 1988 Mitglied im Dax, Neuling Wirecard kommt inzwischen auf eine Marktkapitalisierung von rund 24 Milliarden Euro und ist damit sogar wertvoller als die Deutsche Bank.

Laut Indexexperten hat mit der Deutsche Wohnen sogar noch ein Immobilienunternehmen bald Chancen in den Dax aufzusteigen. Der Börsenwert von 15,5 Milliarden Euro wäre dafür sogar schon ausreichend. Bei der Bewertung der Aktien kommt es aber auch auf die Handelsumsätze in den Papieren an.

Neustrukturierung bei MDax, TecDax und SDax

Ab dem 24. September tritt die umfangreiche Neustrukturierung bei MDax, TecDax und SDax in Kraft, die für eine ganze Reihe von Neuplatzierungen sorgt, die ebenfalls am Abend bekanntgegeben werden. Künftig erhalten Technologieaktien aus dem TecDax auch Zugang zum Index der mittelgroßen Werte oder zu dessen kleinerem Bruder, dem SDax. Der MDax wird entsprechend von bisher 50 auf dann 60 Werte ausgeweitet. Der SDax hat künftig sogar 70 statt bisher 50 Mitglieder.

Laut den Index-Experten werden insgesamt 13 der alten TecDax-Mitglieder künftig auch im MDax zu finden sein: Qiagen, Siemens Healthineers, United Internet, Sartorius, Morphosys, Freenet, Siltronic, Evotec, Telefonica Deutschland , 1&1 Drillisch , Software AG, Nemetschek und Bechtle. Auf wackeligen Plätzen im MDax befinden sich Norma Group, Fielmann, CTS Eventim und Talanx. Ihnen könnte der Abstieg in den SDax drohen.

Dagegen könnte der Immobilienkonzern Alstria mit etwas Glück vom SDax in den MDax aufsteigen könnte. Nach unten in den SDax geht es wohl für die MDax-Unternehmen Jungheinrich, Leoni, Ströer und Ceconomy.

Der neue 70 Werte umfassende SDax dürfte zu einer bunten Mischung aus bisherigen MDax-Mitgliedern sowie vieler Titel aus dem alten SDax und dem TecDax werden. Aufstiegschancen haben vermutlich auch der Börsenneuling Befesa und die Shop Apotheke. Auch die ehemaligen SDax-Mitglieder Diebold Nixdorf und BayWa könnten in den Nebenwerteindex zurückkehren. Mithilfe eines "erweiterten" Nachrückverfahrens dürfte zudem KWS Saat in den SDax aufgenommen werden.

Spekulieren und umgewichten

Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden (ETFs). Dort muss dann entsprechend umgeschichtet und umgewichtet werden, was in der Regel Einfluss auf die Aktienkurse hat. In den vergangenen Wochen konnten Anleger bereits eifrig auf die "Schattenindizes" spekulieren und sich vermeintliche Indexaufsteiger ins Depot legen.

AB