Mann mit Fernglas blickt auf Deutschlandfahne, im Hintergrund USA-Flagge.
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Anteil der US-Investoren steigt Dax zunehmend in angelsächsischer Hand

Stand: 03.06.2019, 16:55 Uhr

Hilfe, die Amerikaner kommen! Immer mehr deutsche Aktien befinden sich im Besitz von US-Investoren. Laut einer aktuellen Studie bauten diese 2018 ihren Einfluss bei Dax-Unternehmen aus. Deutsche Investoren ziehen sich dagegen zurück.

Der Dax gerät zunehmend unter ausländische Kontrolle: Fast 85 Prozent der Anteile der Dax-Konzerne werden inzwischen von ausländischen Investoren gehalten. Das geht aus der Studie "Investoren der Deutschland AG 6.0 - wer besitzt den Dax?" hervor, die am Montag vom DIRK (Deutscher Investor Relations Verband) und IHS Markit (vormals Ipreo) veröffentlicht wurde.

Besonders der Einfluss von US-Investoren hat zugenommen. Ihr Anteil stieg in den letzten zwei Jahren um zwei Prozentpunkte auf nunmehr 34,6 Prozent. Zusammen mit den britischen und irischen Anlegern halten die angelsächsischen Investoren mit 54,1 Prozent die Mehrheit an den Dax-Unternehmen.

Aktionäre der Dax-Konzerne nach Regionen, 2018

Aktionäre der Dax-Konzerne nach Regionen, 2018. | Bildquelle: DIRK, Grafik: boerse.ARD.de

Deutsche Anleger ziehen sich zurück

Dagegen verlieren die deutschen Investoren zunehmend die Lust auf deutsche Blue Chips. Ihr Anteil an den Dax-Konzernen sank um 0,6 Prozentpunkte auf 15,3 Prozent.

Nach Ansicht von DIRK-Geschäftsführer Kay Bommer "spiegelt das erhöhte Interesse von amerikanischen Anlegern bei gleichzeitigem Weggang heimischer Investoren die Beliebtheit deutscher Gesellschaften im Ausland wider". Besonders bemerkenswert sei, dass der Anstieg der Investments aus Nordamerika vorrangig von aktiven Fonds gekommen sei, meinte Frederik Frank, Associate Director bei IHS Markit. Das sei ein positives Signal in einer Zeit, in der die indexierte Vermögensanlage immer beliebter werde.

Aktive Investoren dominieren ETF-Anbieter

Tatsächlich zogen die ETF-Anbieter Geld ab. Ihr Anteil bei Dax-Unternehmen sank auf 22,7 Prozent. Aktive Value- und Growth-Investoren dagegen bauten ihren Einfluss auf 65,5 Prozent aus.

Größter Investor im Dax bleibt Blackrock mit 9,4 Prozent. Dahinter folgt Vanguard mit 4,8 Prozent und der norwegische Staatsfonds mit 3,9 Prozent. Auf Platz vier der größten Dax-Aktionäre befindet sich die Deutsche Bank mit 3,6 Prozent.

Privatanleger stocken auf

Insgesamt sank der Einfluss institutioneller Investoren etwas. Ihr Anteil an den Dax-Unternehmen fiel von 61,8 Prozent auf 60,2 Prozent. Im Gegenzug stockten die Privatanleger etwas auf. Sie halten nun 17,7 Prozent am Dax. Die übrigen 22 Prozent entfallen auf Broker sowie die strategischen Investoren, Familien und Stiftungen sowie Staatsfonds.

nb