Ein Mann kämpft sich bei Wind und Wetter mit Regenschirm über eine Wiese

Gegenwind für die Investoren Dem Dax droht eine wechselhafte Woche

Stand: 08.04.2018, 11:59 Uhr

Der Aktienmarkt wird das Thema Handelskonflikt einfach nicht los. Da in die Weltpolitik eine gewisse Unberechenbarkeit eingezogen ist, sollten die Anleger auf alles vorbereitet sein.

Auf Wochensicht schaffte der Dax immerhin ein Plus von gut einem Prozent, der Dow Jones büßte dagegen 0,7 Prozent ein. Vor allem der Einbruch des Dow Jones am Freitag wird den Investoren am Montag zu denken geben. US-Präsident Donald Trump hatte überraschend angekündigt, weitere Zölle auf chinesische Produkte zu prüfen. China erklärte daraufhin, man sei vorbereitet und werde ohne Zögern reagieren.  

Die Themen, die hier und dort die Investoren beschäftigen, sind also noch immer die gleichen: Die Furcht vor einer Eskalation im Handelskonflikt zwischen China und den USA hält die Finanzmärkte in Atem. Der Konflikt könnte dafür sorgen, dass es auch in der kommenden Woche volatil zugeht.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.422,77
Differenz relativ
+0,67%
EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.370,03
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+0,34%

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.218,57
Differenz relativ
+0,50%

„Die Rationalität aller Akteure?“

„Trump hat noch nicht genug vom Säbelrasseln – das zeigen seine anhaltenden Drohgebärden“, kommentiert  Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers. „Bisher bleiben die globalen Wachstumsperspektiven trotz gerade an der Stimmungsfront aufziehender Wolken solide. Je länger sich die Handelsstreitereien hinziehen und je schärfer sie werden, desto mehr trübt sich das Konjunkturbild ein“, so der Fachmann.     

Donald J. Trump

Donald J. Trump. | Bildquelle: Imago

Patrick Franke, Experte bei der Helaba fasst die Lage recht griffig zusammen: Während manche Medien die Welt bereits in einem „eskalierenden Handelskrieg“ sehen würden, seien die professionellen Gesundbeter damit beschäftigt, unter Verweis auf die Rationalität aller Akteure ein solches Szenario auszuschließen. „Die Sichtweise ‚Alles wird schon nicht so schlimm,‘ ist glücklicherweise bisher von der Realität noch nicht eindeutig widerlegt. Die Ereignisse der  vergangenen Tage machen einen glimpflichen Ausgang aber, nicht gerade wahrscheinlicher“, so Franke. Auch wenn er nicht in die handelspolitische Katastrophe führen sollte, habe der Konflikt bereits konkrete negative Auswirkungen.

„Bislang nur Drohgebärden“

Und so klingt eine beschwichtigende Stimme: „Ich gehe zwar weiterhin davon aus, dass uns der Handelskonflikt noch einige schwache Börsentage bereiten kann", sagt Thomas Metzger, Chef der Vermögensverwaltung beim Bankhaus Bauer. Langfristig sprächen aber die robuste Weltwirtschaft, niedrige Zinsen, starke Dividenden und die Aussicht auf steigende Unternehmensgewinne für tendenziell wieder anziehende Kurse."

Auch die Analysten der Weberbank sind eher optimistisch: Insgesamt habe sich die Nervosität an den Märkten wohl ein wenig gelegt. Außerdem sollte bei all der teils aggressiven Rhetorik nicht vergessen werden, dass bislang zwischen China und den USA noch keine der zuletzt angekündigten Zölle auch wirklich erhoben wurden, sondern es sich bislang nur um Drohgebärden handele. Somit bestehe auch die Hoffnung vieler Anleger auf eine nachösterliche Erholung der großen Aktienmarktindizes weiter.

Chef vom Dienst Dr. Detlev Landmesser
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Verbraucherpreise aus den USA

Natürlich werden auch einige Konjunkturdaten den Markt beschäftigen: Am Mittwoch werden die US-Verbraucherpreise präsentiert. Hier zeige sich bislang trotz eines mittlerweile fast neun Jahre anhaltenden Aufschwungs und eines immer enger werdenden Arbeitsmarktes noch kein kräftiger Anstieg, schreiben die Fachleute der Postbank. „Die Inflationsrate hat sich nach einigen vorhergehenden Ausschlägen im letzten halben Jahr bei gut 2 Prozent eingependelt. Dies sollte sich jedoch in den kommenden Monaten ändern.“

In der Eurozone werden vor allem Industriedaten im Blickpunkt stehen. So werden Zahlen zur Industrieproduktion für die Eurozone im Februar insgesamt, aber auch für wichtige Länder wie Frankreich und Italien veröffentlicht. In den letzten Monaten hatte sich die Stimmung in der Industrie des Euroraums merklich abgekühlt.

"Die Industrieproduktion im Februar dürfte aber zeigen, dass dies keineswegs das Ende des Aufschwungs bedeutet", schreibt Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz. Er erwartet ein Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Auf Unternehmensseite werden in der kommenden Woche einige wichtige US-Banken ihre Zahlen vorstellen.

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ts