Frau mit Fernglas

Anleger bleiben vorsichtig Dax auf holprigem Terrain

Stand: 14.01.2018, 12:21 Uhr

So richtig nach vorne will für den Dax es im jungen Jahr noch nicht gehen, denn bislang funkt der Euro dazwischen. Jetzt liegen die Hoffnungen auf der kommenden Berichtssaison als Impulsgeber.

Auf Wochensicht büßte der Dax 0,6 Prozent ein. Am Freitag schloss er 0,3 Prozent fester auf 13.245,03 Punkten. Wie häufiger in den vergangenen Wochen machte der starke Euro den Investoren einen Strich durch die Rechnung. In den USA hatten dagegen Dow Jones und S&P 500 weitere Rekorde erreicht. Im Wochenvergleich betrug das Plus beim Dow zwei Prozent, beim S&P 1,6 Prozent und beim Nasdaq 1,7 Prozent. Wird der Dax auch in der nächsten Woche wieder abgehängt?

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
10.865,77
Differenz relativ
-0,54%
S&P 500 (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
2.599,86
Differenz relativ
-1,86%
Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
24.098,73
Differenz relativ
-2,01%

Der Euro macht Sorgen

Die Analysten der Helaba, mahnen zur Vorsicht: "Angesichts einer unter realistischen fundamentalen Annahmen abgeleiteten Kursspanne für den Dax von 10.500 bis 13.500 Punkten ist das Chance-Risiko-Verhältnis derzeit ausgesprochen ungünstig." Anstatt auf den fahrenden Zug aufzuspringen biete es sich daher an, bei steigenden Notierungen antizyklisch Positionen abzubauen.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1306
Differenz relativ
-0,46%

Natürlich wird der Euro weiterhin ein wesentlicher Faktor bleiben. Zuletzt erreichte die Gemeinschaftswährung ein Dreimonatshoch. Nicht zuletzt die Spekulationen um eine langsame Abkehr der EZB von ihrer extrem lockeren Geldpolitik sorgten für Kaufinteresse. "Hierzulande haben die Marktteilnehmer zuletzt ihre zu entspannte Haltung mit Blick auf den geldpolitischen Kurs der EZB zu korrigieren begonnen", schreiben die Fachleute der Helaba weiter.

Der Leitzins liegt seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Gerade die exportorientierten deutschen Unternehmen dürften mit Schrecken auf die Gemeinschaftswährung schauen, sagt Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

"Börsenampel bleibt auf Grün"

Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein

Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Die zumindest in den USA Fahrt aufnehmende Berichtssaison wird ebenfalls eine Hauptrolle spielen. Hier finden Sie einen Ausblick auf die US-Quartalsberichte. Dass es letztlich auch Unternehmensergebnisse sind, die den Aktienkurs mitbestimmen, sollte trotz aller geldpolitischen und politischen Themen nicht vergessen werden. „Die Börsenampel bleibt auf Grün, denn bei der jetzt anlaufenden Quartalssaison sollten insbesondere die Ausblicke der Unternehmen die meist steigende Gewinndynamik untermauern“, kommentiert  Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers.

In der kommenden Woche sehen wir vor allem in wichtige Bankbilanzen, darunter die der Citigroup (Dienstag), Bank of America, Goldman Sachs (beide Mittwoch) und Morgan Stanley (Donnerstag). JPMorgan hatte vor einigen Tagen bereits berichtet. Warum Anleger auch in diesem Jahr mit Kursgewinnen bei US-Banken rechnen dürfen, lesen Sie hier. In Deutschland veröffentlicht unter anderem der Online-Modehändler Zalando seine Zahlen.

Erst Feiertag, dann Daten

In der Eurozone werden wichtige Konjunkturdaten Mangelware sein. Die Inflationsdaten sind dabei noch am ehesten beachtenswert, auch wenn es die zweite Schätzung ist. Die zunächst gemeldete Inflationsrate von 1,4 Prozent im Dezember sollte laut Postbank bestätigt werden. Gleiches gelte auch für die Kerninflationsrate in Höhe von 0,9 Prozent.

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Die US-Industrie wächst. | Bildquelle: colourbox.de

Etwas anders ist die Lage in den USA. Dort freuen wir uns auf frische Daten zur Industrieproduktion. "Die US-Wirtschaft wächst weiter sehr ordentlich, und dies liegt vor allem an der Industrie", schreibt die Commerzbank in einem Ausblick. Nach der beschlossenen Steuerreform in den USA spreche laut Postbank auch das anhaltend hohe Niveau der Stimmungsindikatoren für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Für Dezember rechnen die Fachleute mit einem Produktionsplus in Höhe von 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Ebenfalls auf der Agenda stehen die ersten regionalen Umfragen im verarbeitenden Gewerbe, der Empire State Index (Dienstag) und der Philly Fed Index (Donnerstag), sowie das US-Verbrauchervertrauen (Freitag). Am Montag bleibt die Wall Street wegen eines Feiertags geschlossen.

ts

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