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Uber ist nur ein Grund Das steckt hinter Googles Gewinnexplosion

von von Angela Göpfert

Stand: 24.04.2018, 07:45 Uhr

Die Google-Konzernmutter Alphabet hat im ersten Quartal verdammt viel verdient. 9,4 Milliarden Dollar um genau zu sein, ein Plus von 73 Prozent. Nur wie hat Alphabet das geschafft?

In typischer Google-Manier haben sich die Manager des Internet-Konzerns in der Analysten-Konferenz am späten Montagabend bezüglich Details in Schweigen gehüllt. Doch was sie sagten, gibt zumindest einen kleinen Einblick, wie es zu dieser gewaltigen Gewinnsteigerung kam.

Der wohl wichtigste Grund ist dabei alles andere als sexy und aufregend: In erster Linie waren es tatsächlich Sondereffekte im Zuge einer Umstellung der Buchhaltung, welche das Ergebnis kräftig aufblähten.

Gewinntreiber Nummer 1: Uber

In diesem Quartalsbericht musste Alphabet nämlich erstmals den Wert seiner Uber-Beteiligung beziffern. Google hatte sich bereits 2013 mit 377 Millionen Dollar in den Fahrdienst eingekauft. Diese Beteiligung ist nunmehr mehr als 3 Milliarden Dollar wert. Diese wohlgemerkt bislang unrealisierten Gewinne trugen demnach rund 3 Milliarden Dollar zum Quartalsergebnis bei.

Gewinntreiber Nummer 2: Internetwerbung

Doch auch das operative Geschäft bei Alphabet kann sich sehen lassen. Die gesamten Erlöse des Konzerns kletterten um 26 Prozent auf 31,1 Milliarden Dollar. Der Großteil davon entfiel wie gewöhnlich auf Google. Angetrieben vom starken Mobilgeschäft stiegen die Werbeerlöse des Suchmaschinen-Giganten um 24 Prozent auf 26,6 Milliarden Dollar.

Gewinntreiber Nummer 3: Steuern

Ein wesentlicher Grund für den enormen Gewinnanstieg war auch die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump, welche die Unternehmenssteuer von 35 auf 21 Prozent drückte. Tatsächlich schrumpfte die effektive Steuerquote des Alphabet-Konzerns im Jahresvergleich jedoch von 20 auf lediglich 11 Prozent – dank zahlreicher Schlupflöcher und Sonderregeln.

Das kostet

Doch Google hat im ersten Quartal nicht nur verdammt viel Geld verdient – sondern auch verdammt viel Geld ausgegeben. Ein hippes neues Gebäude und ehrgeizige Infrastrukturprojekte wie der Bau von drei Unterwasser-Glasfaserkabeln für den Atlantik und den Pazifik verschlagen eine Menge Geld.

Die Investitionsausgaben schnellten von 2,5 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum auf 7,3 Milliarden Dollar in die Höhe. Dabei schlug allein der Kauf der Kultimmobilie Chelsea Markets in New York mit 2,4 Milliarden Dollar zu Buche.

Chelsea Markets - viel Kult für viel Geld

Google kauft Chelsea Market. | Bildquelle: picture alliance / Photoshot

Das sagt der Markt

Die erste Reaktion des Marktes auf die Alphabet-Quartalsbilanz fiel positiv aus, hatte der Konzern doch bei allen wichtigen Kennziffern die Analystenschätzungen übertreffen können. Die Aktie zog unmittelbar nach Vorlage der Zahlen am späten Montagabend nach US-Börsenschluss deutlich an, drehte dann aber ins Minus. Wohl auch deshalb, weil die Gewinnexplosion in erster Linie einmaligen Sondereffekten (Uber und Steuerreform) geschuldet war.

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