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Das nächste Einhorn Slack startet fulminant an der New Yorker Börse

Stand: 21.06.2019, 08:03 Uhr

Der Börsengang des Messenger-Diensts Slack hat für einen riesigen Hype gesorgt. Die Aktien legten am ersten Handelstag um 60 Prozent zu. Für das IPO hatte Slack einen ungewöhnlichen Weg gewählt.

Die sechs Jahre alte Firma aus San Francisco verzichtete auf die Hilfe von Banken, die für den von ihnen bei einem herkömmlichen Börsengang organisierten Preisbildungsprozess Gebühren verlangen. Slack entschied sich für eine Direktplatzierung, bei der die Papiere ohne Begleitung durch Investmentbanken gelistet werden, und legte den Referenzpreis auf 26 Dollar je Aktie fest. 2018 hatte bereits der Musikdienst Spotify auf das ungewöhnliche Verfahren gesetzt.

60 Prozent Kursgewinn

Das Experiment ging auf. Der Büro-Messenger-Dienstbetreiber war heiß begehrt.
Der erste Kurs in Höhe von 38,50 US-Dollar lag fast 50 Prozent über dem Referenzkurs von 26 US-Dollar. Am Ende notierten die Anteilscheine bei 38,62 Dollar. In der Spitze waren sie bis auf 42 Dollar gestiegen, womit Slack an der Börse mit mehr als 21 Milliarden Dollar bewertet wurde.

Slack: Kursverlauf am Börsenplatz Nyse für den Zeitraum Intraday
Kurs
21,70
Differenz relativ
+2,46%

Schon vor dem Börsengang war Slack mit fast 17 Milliarden Dollar bewertet worden und gilt als Einhorn. Im Finanzjargon werden Start-ups mit einer Marktbewertung von über einer Milliarde Dollar vor dem IPO als "Einhörner" bezeichnet.

Messengerdienst verbreitet sich ähnlich stark wie Whatsapp

Slack bietet eine Internet-basierte Kommunikationsplattform an, die von zahlreichen Unternehmen genutzt wird und konkurriert mit dem Messenger-Dienst Teams von Microsoft. Rund zehn Millionen Mitarbeiter verschiedener Firmen nutzen täglich den Dienst. Mehr als 85.000 Unternehmen sind zahlende Kunden. Laut den Analysten von Atlantic Equities verbreiten sich die Bürokommunikations-Dienste von Slack in den Unternehmen so rasant wie der Instant-Messaging-Dienst WhatsApp unter den Verbrauchern. Die Experten bewerten die Papiere insgesamt positiv bei einem Kursziel von 37 Dollar.

Analyst Michael Hewson vom Handelshaus CMC Markets UK äußerte sich etwas kritischer. Seiner Meinung nach ist das größte Problem wahrscheinlich, potenzielle Neukunden von den Vorzügen einer Software-Lösung zu überzeugen, die sowohl E-Maildienste als auch Chat-Anwendungen und den Versand großer Datenpakete in sich vereinigen soll.

nb