Hewlett Packard Enterprise-Chefin Meg Whitman beim Börsengang
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Meg Whitman kann wieder lachen Das ist also "das neue Hewlett"!

Stand: 06.09.2017, 08:29 Uhr

Nach einer Reihe von Abspaltungen und Zukäufen bei Hewlett Packard Enterprises lassen die neuen Geschäftszahlen endlich erahnen, wohin die Reise gehen soll.

Bei HPE hat sich im vergangenen Jahr so viel getan – da konnten Anleger schon mal den Überblick verlieren. So hatte HPE jüngst große Softwarebereiche an Micro Focus abgespalten und zuvor sein Service-Geschäft Computer Sciences Corp. verschmolzen.

Jede Menge Zukäufe

Zugleich tätigte HPE zahlreiche Akquisitionen, kaufte unter anderen den innovativen Anbieter von Flash-Speichern Nimble Storage und den Computergrafik-Pionier Silicon Graphics.

Anfang des Jahres verleibte sich HPE das Startup Simplivity ein. Simplivity ist auf das Management von Rechenzentren und IT-Infrastruktur mit Hilfe von Software spezialisiert; ein äußerst wachstumsstarker Markt.

Ist das der Lohn?

Nun scheint es an der Zeit, die Früchte dieses groß angelegten Umbaus zu ernten: HPE hat am Dienstagabend nach Börsenschluss in den USA Quartalszahlen vorgelegt und damit die Erwartungen der Wall Street klar übertroffen.

Der Konzern gab für das dritte Quartal einen Gesamtumsatz von 8,2 Milliarden Dollar bekannt - ein Anstieg von 2,5 Prozent. Experten hatten lediglich mit 7,5 Milliarden Dollar gerechnet. Der Umsatz der Netzwerksparte stach mit einem Plus von 16 Prozent positiv heraus.

Begeisterte Anleger

Unterm Strich schlugen sich jedoch die hohen Kosten für den Umbau nieder: Der Nettogewinn brach von 2,3 Milliarden Dollar auf 165 Millionen Dollar ein. Dennoch ist Meg Whitman, Chefin von Hewlett Packard Enterprises, überzeugt: Man habe nun das neue HPE "ganz klar vor Augen".

Den Anlegern scheint "das neue Hewlett" gut zu gefallen: Die Aktie zieht im nachbörslichen US-Handel um 5,0 Prozent an auf 14,74 Dollar.

Was war da am Freitag los?

Am Freitag war der Aktienkurs noch um 20,8 Prozent eingebrochen von 18,06 auf 14,31 Dollar. Hintergrund war der letzte Spin-off in einer schier endlosen Reihe: Am Freitag spaltete HPE große Teile seines Software-Geschäfts an Micro Focus ab.

Entsprechend fielen die Aktien. Der Aktienkurs wird aber noch um das Spin-off bereinigt, sodass dieser Intraday-Kursverlust in der historischen Betrachtung gar nicht mehr sichtbar sein wird.

Die HPE-Aktionäre erhielte im Rahmen dieses Deals Micro-Aktien im Wert von 6,5 Milliarden Dollar sowie 2,5 Milliarden Dollar in bar.

ag