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Überraschend gute Zahlen Daimler fährt zurück in die Gewinnzone

Stand: 24.10.2019, 09:35 Uhr

Endlich mal wieder gute Nachrichten aus Stuttgart: Der Premium-Autobauer hat im dritten Quartal Umsatz und Absatz deutlich gesteigert und Milliarden verdient. Im zweiten Quartal hatte es noch Verluste gegeben.

Nach zwei Prognose-Kappungen hat sich Daimler berappelt. Im abgelaufenen Quartal stieg der Absatz des Mercedes-Konzerns um sechs Prozent auf rund 839.000 Fahrzeuge. Der Umsatz erhöhte sich um acht Prozent auf 43,2 Milliarden Euro.

Milliardengewinn im dritten Quartal

Ebenfalls um acht Prozent verbesserte sich das operative Ergebnis (Ebit) auf knapp 2,7 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal hatte der Dax-Konzern erstmals seit fast zehn Jahren Verluste geschrieben, vor allem wegen hoher Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Diesel-Abgasmanipulationen.

Der neue Daimler-Boss Ola Källenius erklärte, das Unternehmen müsse sich noch erheblich mehr anstrengen, um den Wandel in der Autoindustrie in den nächsten Jahren zu meistern. "Wir müssen unsere Kosten deutlich reduzieren und den Cash Flow konsequent stärken", ergänzte er. Mitte November wird Källenius seinen mit Spannung erwarteten Strategieplan vorlegen. Dann wird er sein Sparprogramm präsentieren.

Umfeld bleibt schwierig

Zu altem Glanz dürfte der Premiumhersteller vorerst nicht zurückfinden. Denn hohe Kosten für den Schwenk zu Elektroautos oder autonomem Fahren, die Altlasten des Diesel-Abgasskandals und die schwächere Autonachfrage weltweit drücken auf den Gewinn. Der Vorjahresvergleich fällt zudem günstig aus, weil das dritte Quartal 2018 schon ein sehr schwaches mit einem Gewinneinbruch war.

Den Ausblick für das Gesamtjahr ließ Daimler auf Konzernebene unverändert, senkte aber nach einem Absatz- und Gewinnrückgang der Lkw-Tochter Daimler Trucks deren Ziele. Im Konzern soll das Betriebsergebnis trotz eines leichten Umsatzzuwachses und stabiler Absätze deutlich sinken.

Jetzt auch noch Probleme mit den "Brummis"!

Bei Daimler Trucks, dem Weltmarktführer für schwere Lkw, sanken das operative Ergebnis und der Absatz im dritten Quartal. Die Lage in den Lkw-Märkten Europa und Nordamerika habe sich schneller als erwartet eingetrübt. Deshalb erwartet das Geschäftsfeld jetzt keinen Umsatzzuwachs mehr und stutzte seine Renditeprognose um einen Prozentpunkt auf sechs bis acht Prozent.

Bei der Pkw-Tochter Mercedes-Benz Cars wird die Rendite auf drei bis fünf Prozent Rendite sinken. Im dritten Quartal erzielte Mercedes hier 6,0 Prozent.

Rückstellungen könnten nicht reichen

Vor kurzem hatte der Stuttgarter Autobauer wegen mutmaßlich illegaler Abgastechnik mehrere hunderttausende Diesel-Fahrzeuge zurückrufen müssen. In Europa rechnen die Schwaben mit weiteren Rückrufaktionen für Dieselautos mit zu hohen Stickoxid-Abgasen, in den USA könnte es noch zu einem Vergleich mit den Behörden kommen. Die bisherigen Rückstellungen könnten wegen der noch laufenden Verfahren womöglich nicht ausreichen, warnte Daimler.

Die Aktien des Autobauers springen am Morgen um über fünf Prozent an. Seit Jahresbeginn haben die Daimler-Titel gut zehn Prozent gewonnen.

nb