Daimler-Werk in Untertürkheim

Auf die Stückzahlen kommt es an Daimler: Wir können auch anderswo produzieren

Stand: 07.09.2020, 11:44 Uhr

Daimler-Chef Ola Källenius schließt einem Medienbericht zufolge nicht aus, bestimmte Modelle künftig in anderen Märkten zu produzieren. Auch zum Konkurrenten Tesla äußert sich der Topmanager.

"Immer da, wo die Stückzahlen reichen, um in China oder in Amerika oder an einem anderen Standort zu produzieren, da handeln wir wirtschaftlich rational und würden gegebenenfalls die Produktion aufteilen", sagte Källenius der "FAZ".

Für das Flaggschiff-Modell S-Klasse sieht er das aber nicht: "Bei der Stückzahl im obersten Spitzensegment wäre eine Teilung der Produktion nicht sinnvoll. China ist der größte Automobilmarkt, aber wir verkaufen vielleicht jede dritte S-Klasse nach China. Wir werden also die Produktion der S-Klasse nicht teilen."

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Vor wenigen Tagen hatte Daimler das neue Werk in Sindelfingen in Betrieb genommen. In der "Factory 56" soll künftig das Flaggschiff von Mercedes, die S-Klasse, gebaut werden. Keine andere Baureihe ist so prestigeträchtig, so wichtig fürs Image und damit so bedeutsam für den Konzern.

Was macht Tesla richtiger?

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Auf die Frage, was Tesla richtiger mache als Daimler mit bald 140 Jahren Erfahrung, antwortete Källenius: "Auf jeden Fall kann dessen Börsenwert uns als Inspiration dienen." Klar sei, dass die Zukunft emissionsfrei und elektrisch werde. "Aber wir können als etablierter Hersteller nicht einfach 300.000 Mitarbeiter nach Hause schicken und mit 20.000 wieder eingestellten eine Elektroauto-Firma aufbauen", unterstreicht der Daimler-Chef.

Daimler werde eine breite Elektropalette ausrollen, so Källenius. "Und wir haben einen Paradigmenwechsel beschlossen. Künftig wird für alle neuen Modellreihen das Elektroauto zuerst entwickelt. Wir haben die Weichen gestellt. Aber die Reise geht mindestens über zehn Jahre."

ts

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