Daimler EQ-C
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EQC-Weltpremiere Daimler startet Angriff auf Tesla

Stand: 05.09.2018, 07:52 Uhr

Nach jahrelangem Zögern beginnen die deutschen Autobauer nun allmählich ihre Elektro-Offensive. Daimler setzt den ersten Serien-SUV unter Strom. Am Dienstagabend enthüllte der Autobauer das erste Mitglied seiner neuen Elektro-Familie.

In der schwedischen Hauptstadt Stockholm hat Daimler die Aufholjagd auf Tesla eigenläutet. Dort zeigten die Schwaben das erste Modell der Elektro-Marke EQ, den EQC. Der mittelgroße SUV-Stromer soll Mitte 2019 auf den Markt kommen – zuerst in Europa, danach in China und in den USA. Gefertigt wird der EQC zunächst in Bremen und später auch in Peking.

"Mit dem EQC als erstem vollelektrischen SUV von Mercedes-Benz legen wir den Schalter um", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche in Stockholm. Der EQC sei Sinnbild für den Beginn einer neuen Mobilitätsära bei Daimler.

Erstes Modell der Elektro-Marke EQ

Daimler EQ-C

Daimler EQ-C. | Bildquelle: Unternehmen

Der Elektro-SUV, der dem bekannten GLC ähnelt, ist das erste einer ganzen Reihe von neu entwickelten, rein elektrisch betriebenen Mercedes-Serien-Fahrzeugen. Die Palette reicht vom Kompakt- bis zum Luxuswagen. Bis 2022 will Mercedes mehr als zehn Elektro-Pkw auf den Markt bringen, bis 2025 sollen die EQ-Modelle ein Viertel des Mercedes-Absatzes bei Pkw ausmachen. Erstmals präsentiert wurde die Marke "EQ" auf dem Pariser Autosalon vor knapp zwei Jahren.

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Der EQC als "Mercedes-Benz unter den Elektrofahrzeugen" soll dank zweier Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse mehr als 450 Kilometer am Stück schaffen. Mit luxuriösem Innendesign, zahlreichen Fahrassistenzfunktionen und dem neuesten Multimediasystem MBUX von Mercedes soll der Wagen gegen Teslas neuestes Model 3 ankommen.

Seit der Ankündigung der Elektro-Offensive vor zwei Jahren ist viel passiert. Der Abgasskandal von VW hat das Image in den Diesel schwer erschüttert. Auch Daimler geriet in den Sog des Diesel-Skandals. Der Stuttgarter Autobauer soll in mehreren Fahrzeugen unerlaubte Abschalteinrichtungen die Abgaswerte manipuliert haben.

Ladehemmung für den deutschen Elektroauto-Markt

Daimler EQ-C

Daimler EQ-C. | Bildquelle: Unternehmen

Dennoch hält sich die Nachfrage nach umweltfreundlichen Elektrofahrzeugen in Grenzen – zumindest in Deutschland. Im ersten Halbjahr 2018 wurden lediglich rund 17.200 reine Stromer sowie knapp 16.700 Hybrid-Fahrzeuge neu zugelassen. Das entspricht lediglich einem Marktanteil von 1,8 Prozent.

Deutlich mehr unter Strom stehen Norwegen und vor allem China. Im Reich der Mitte fördert die Regierung den Kauf von Elektrofahrzeugen.

Die "Tesla-Jäger" kommen

Audi e-tron quattro

Audi e-tron quattro. | Bildquelle: Unternehmen

Zum Pionier der Elektromobilität ist Tesla geworden. Der US-Konzern düpiert seit Jahren die deutschen Premiumhersteller. Nun rüsten Daimler, BMW und Audi zum Gegenangriff. Heute und in den kommenden Tagen präsentieren sie ihre ersten rein elektrischen Modelle. Nach der Weltpremiere des EQC von Daimler wird am Sonntag Rivale BMW den "Inext" vorstellen. Am 17. September folgt Audi mit dem "e-tron".

Ab dem kommenden Jahr soll die deutsche Elektro-Offensive dann Fahrt aufnehmen. Alleine in den nächsten drei Jahren investieren die deutschen Autobauer rund 40 Milliarden Euro, um Tesla einzuholen und um die europäischen CO2-Grenzwerten zu erfüllen. "Es ist noch nicht zu spät", sagt Autoexperte Stefan Bratzel. Leiter des Center of Automotive Management. Er sieht durchaus gute Marktchancen für Daimler & Co im Bereich der Stromer.

nb

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Unter Strom mit neuen Elektroautos Eine Runde Rückstand aufholen

Tesla X

Tesla Model X: Model X heißt das SUV von Tesla, es ist das Vorbild für die Fahrzeuge von Audi, BMW und Daimler. Es wird bereits seit 2015 an Kunden ausgeliefert. Wer mag, kann es auch in veganer Ausstattung ohne Ledersitze kaufen.