Dieter Zetsche (l), scheidender Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, und sein Nachfolger Ola Källenius
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Stabwechsel Daimler steht vor einem Berg von Problemen

Stand: 22.05.2019, 14:30 Uhr

Heute ist der letzte Arbeitstag von Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der Hauptversammlung seines Unternehmens in Berlin. Auf seinen Nachfolger warten gewaltige Herausforderungen.

Angesichts einer gesunkenen Profitabilität und hoher Investitionen in die Zukunft mahnte Zetsche den neuen Konzernchef Ola Källenius an, kräftig zu sparen. "Alles steht auf dem Prüfstand: fixe und variable Kosten, Sach- und Personalkosten, Investitionsvorhaben, die Wertschöpfungstiefe und die Produktpalette", sagte Zetsche. Im gesamten Unternehmen müssten dazu Kosten gesenkt und die Effizienz gesteigert werden.

Die neuen Technologien in den Autos kosteten viel Geld. "Das heißt auch, dass Mobilität in Zukunft teurer wird", erklärte Zetsche. "Unsere Aufgabe als Unternehmen ist, den Anstieg für die Kunden zu begrenzen."

"Größter Wandel unserer Geschichte"

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Daimler sei stark genug, um im Umbruch der Autoindustrie eine führende Rolle zu spielen, sagte Zetsche. "Dazu haben wir den größten Wandel unserer Geschichte eingeleitet." Die Aktionäre sollen unter anderem den Umbau von Daimler in eine Holding und drei rechtlich selbstständige Aktiengesellschaften beschließen - Mercedes-Benz AG (Pkw und Vans), Daimler Trucks AG (Lastwagen und Busse) und die schon länger selbstständige Daimler Mobility AG (Finanz- und Mobilitätsdienste).

Kritik von Aktionären

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B5 Börse 12.14 Uhr: Enttäuschte Aktionäre bei Daimler und Coba

Neben Lob gab es allerdings auch viel Kritik an Zetsche. Unter Zetsche sei es zwar gelungen, 2016 wieder weltweit führender Hersteller von Premiumautos zu werden, sagte Janne Werning, Analyst der Fondsgesellschaft Union Investment in Berlin. Dafür hätten sich die Aktionäre aber nichts kaufen können. "Daimler hat es nie wirklich geschafft, aus Premiumpreisen auch Premiummargen zu generieren", kritisierte Werning.

Nach einer zunächst positiven Reaktion drehte die Daimler-Aktie ins Minus und fiel um bis zu zwei Prozent auf 51,07 Euro.

ME

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1883: Gründung Benz & Cie.

Im Jahr 1883 gründet der Ingenieur Carl Benz (1844-1929) die "Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik in Mannheim" zusammen mit Max Caspar Rose und Friedrich Wilhelm Eßlinger. Durch sein neues Unternehmen sieht Benz bessere Möglichkeiten, um den zuvor entwickelten, ersten funktionierenden Zweitaktmotor zu vermarkten. Schnell werden 800 Stationärmotoren verkauft.