Mercedes GLE auf einer Automesse in Shanghai
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Gewinnwarnung Daimler - das erste Opfer des Handelskriegs

Stand: 21.06.2018, 08:10 Uhr

Aufruhr an der Börse: Daimler warnt, dass die Gewinne leiden werden unter dem Handelskonflikt zwischen den USA und China. Auch die Dieselaffäre hinterlässt Spuren. Der Aktie bekommt diese Gewinnwarnung gar nicht gut.

Wie der Dax-Konzern am Mittwochabend mitteilte, wird das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in diesem Jahr leicht unter das Vorjahresniveau fallen. Bisher hatte Daimler ein Ebit leicht über dem 2017er Wert von 14,7 Milliarden Euro angepeilt. Die Daimler-Aktie verliert daraufhin am Donnerstagmorgen vorbörslich 3,6 Prozent.

Weniger SUVs in China

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Chinesen dürften sich mit Autokäufen zurückhalten, erklärte Daimler, vor allem bei Stadt-Geländewagen (SUV). Die höheren chinesischen Zölle für in den USA hergestellte Fahrzeuge könnten nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden.

Daimler hat Werke in den USA, dort werden vor allem die SUVs hergestellt. Ein Ausweichen auf andere Standorte ist kurzfristig nicht ohne weiteres möglich.

Große Rückrufaktion

Als weitere Gründe für die Gewinnwarnung nannte Daimler neue Standards für Abgastests, eine schwächere Nachfrage nach Bussen in Lateinamerika sowie den Rückruf von hunderttausenden Dieselautos.

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B5 Börse 13.50 Uhr: Zölle schmälern Daimler-Gewinn

Wegen des Vorwurfs einer unzulässigen Abgastechnik muss Daimler europaweit 774.000 Fahrzeuge zurückrufen - darunter 238.000 in Deutschland. Daimler will den Rückruf umsetzen, hatte unlängst aber Widerspruch angekündigt.

Die USA und China steuern mittlerweile auf einen handfesten Handelskrieg zu. So hatte Peking erst am Dienstag Vergeltung angekündigt, kurz nachdem das Weiße Haus die Prüfung von weiteren Zöllen in Höhe von zehn Prozent auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar (172,3 Milliarden Euro) in Auftrag gegeben hatte.

bs