Geely SUV stellt sich Daimler in den Weg

Presseberichte Daimler im Visier der Chinesen

Stand: 05.02.2018, 08:36 Uhr

Deutschlands Unternehmen geraten immer mehr ins Visier chinesischer Investoren. Nach dem Einstieg von HNA bei der Deutschen Bank will sich nun ein Milliardär aus dem Reich der Mitte bei Daimler einkaufen.

Dabei handelt es sich um den Milliardär Li Shufu. Der Investor wolle sich mit der chinesischen Volvo-Cars-Mutter Geely einkaufen und könnte zum größten Aktionär des Stuttgarter Dax-Konzerns aufsteigen. Nach einem Bericht des führenden chinesischen Finanznachrichtenportals JRJC will sich der Autokonzern mit drei bis fünf Prozent an Daimler beteiligen. Ein Treffen zwischen Li Shufu und Daimler-Chef Dieter Zetsche habe bereits stattgefunden.

Bereits im November vergangenen Jahres hatte Geely laut Medienberichten bei dem Konzern einsteigen wollen. Damals soll Daimler aber abgelehnt haben, den Chinesen über eine Wandelanleihe Aktien mit Rabatt angedeihen zu lassen. Bisher größter Daimler-Aktionär ist der Staatsfonds von Kuwait mit 6,8 Prozent. Überspringt ein Aktionär mit seinen Aktien die Schwellen von drei oder fünf Prozent an einem Unternehmen, muss das über eine Pflichtmitteilung öffentlich gemacht werden. Allerdings kann das einige Tage dauern.

Geely-Chef Li Shufu

Geely-Chef Li Shufu. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Keine Dementis

Offiziell wollen weder der chinesische Autokonzern noch Daimler Stellung zu den Bericht beziehen. Doch dementieren wollen die beiden beteiligten Konzerne die Gerüchte auch nicht. Offiziell hieß es lediglich, jeder Aktionär sei herzlich willkommen, der langfristig am Unternehmen interessiert sei.

Ob sich der Stuttgarter Konzern mit einer solchen Partnerschaft besser gegen die Begehrlichkeiten der amerikanischen Techkonzerne in Sachen autonomes Fahren schützen kann oder die Chinesen eine Beteiligung für ihre eigenen Zwecke nutzen, bleibt unklar.

Füherender Autobauer Chinas

Geely zählt mit einem Marktanteil von fünf Prozent zu den führenden lokalen Autobauern in China. Seit 2010 ist der Konzern im Besitz des einst schwedischen Autobauers Volvo. Zudem ist Geely seit Dezember 2017 mit 8,2 Prozent zugleich größter Einzelaktionär des Lkw-Herstellers Volvo. Ab 2019 will der Konzern nur noch rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge auf den Markt zu bringen.

Ein wichtiges Thema, hat China doch der Luftverschmutzung den Kampf angesagt. Seit Beginn dieses Jahres ist deshalb die Produktion von 553 verbrennungsgetriebenen Automodellen untersagt. Sie entsprechen nach Darstellung der Regierung nicht den nationalen Benzinverbrauchswerten. Auf der Liste der betroffenen Autobauer stehen auch zahlreiche Modelle deutscher Hersteller, darunter Daimler.

Die Daimler-Aktie hat bisher nicht auf die Meldungen reagiert.

lg