Daimler EQ-C

20 Milliarden für E-Antriebe Daimler ist im Elektro-Rausch

Stand: 11.12.2018, 10:10 Uhr

Die Ära der Verbrennungsmotoren geht zu Ende, das merken auch die deutschen Auto-Konzerne immer dringlicher. Die Unternehmen müssen bereits jetzt massiv in neue E-Antriebe investieren, Daimler nimmt dafür in den kommenden Jahren Milliarden in die Hand.

Für die Umstellung auf Elektrofahrzeuge hat Daimler nun milliardenschwere Verträge zum Kauf von Batteriezellen abgeschlossen. Das teilte das Unternehmen am Dienstagmorgen mit. Danach sollen bis 2030 Aufträge für Zellen im Wert von mehr als 20 Milliarden Euro vergeben werden. Daimler baut die Batterien an sich zwar selbst, kauft die Zellen - den wesentlichen Baustein dafür - aber bei externen Lieferanten zu. Ein Batteriewerk im sächsischen Kamenz ist schon in Betrieb, sieben weitere sollen noch folgen.

Immer die neueste Technik

Der Aufbau dieses Produktionsverbundes kostet eine weitere Milliarde Euro, zehn Milliarden Euro steckt Daimler zudem in Entwicklung und Produktion der Elektro-Flotte bei Mercedes-Benz. Das erste rein elektrische Fahrzeug daraus kommt 2019 auf den Markt. Außerdem werden die Batteriezellen für E-Busse und -Lastwagen gebraucht. Die Lieferverträge seien so ausgelegt, dass man über die jeweils neueste Zellen-Technologie verfügen könne, hieß es.

Bis 2022 planen die Stuttgarter 130 elektrifizierte Pkw-Varianten - also reine batterielektrische Autos, aber auch solche mit Hybridantrieb. Hinzu kommen Transporter, Busse und Lkw. Bis 2025 soll dann der Absatz reiner Elektroautos 15 bis 25 Prozent des gesamten Verkaufsumsatzes bei Daimler ausmachen.

Verbrenner, das Auslaufmodell?

Bereits einige Jahre vor dem geplanten Teilausstieg oder kompletten Umstieg von der herkömmlichen Verbrenner-Technik auf Elektrogetriebe müssen die Unternehmen für die "elektrifizierte" Autozukunft die Weichen stellen.

Dabei gibt es ganz unterschiedliche Herangehensweisen, auch bei deutschen Herstellern. Während Daimler die Batteriezellen ausschließlich zukaufen will, liebäugelt Volkswagen mit einer eigenen Batteriezellenfertigung. Die Wolfsburger hatten Anfang Dezember medienwirksam erklärt, sich vom Verbrennungsmotor verabschieden zu wollen. VW-Chefstratege Michael Jost hatte auf einem Autogipfel erklärt: "Im Jahr 2026 beginnt der letzte Produktstart auf einer Verbrennerplattform".

VW will danach 2025 die letzte Modellgeneration mit einem Verbrennungsmotor beginnen. Diese Benziner oder Diesel werden in den frühen 2030er-Jahren auf den Markt kommen. VW rechnet damit, die letzten Verbrenner etwa um 2040 zu verkaufen.

Volvo macht mehr Druck

Andere Autokonzerne beeilen sich beim Umstieg aufs reine Elektro-Zeitalter noch deutlich mehr. Volvo verabschiedet sich noch konsequenter aus dem Verbrennungsmotor. Von 2019 an wird jedes neue Volvo-Modell einen Elektromotor haben, kündigte der Autobauer an. Die Schweden wollen künftig keine neuen Dieselmotoren mehr entwickeln.

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Volvo ist seit einigen Jahren im Besitz der chinesischen Geely-Group. In China treibt Regierung die Elektro-Mobilität stark voran, das Land ist zum größten Markt für E-Autos aufgestiegen. Um diesen Markt müssen auch die deutschen Hersteller in den kommenden Jahren kämpfen. Für VW etwa ist China bereits die wichtigste Absatzregion.

E-Know-how made in China

Aus China wiederum wird auch ein Großteil der Autohersteller die Elektroantriebe, Batterien und Batteriezellen in Zukunft beziehen müssen. In Deutschland wird dagegen mit einem deutlichen Abbau der Produktion für Verbrennungsmotoren zu rechnen sein, ein Prozess der laut Studien bis zu 100.000 Jobs kosten könnte.

AB