Amazon-Gründer Jeff Bezos

„Sei selbst ein Leader“ Amazon deckt sich mit Daimler-Sprintern ein

Stand: 06.09.2018, 11:20 Uhr

Das dürfte die Deutsche Post brennend interessieren: Amazon bestellt in den USA tausende Daimler-Sprinter, um mit den Kleintransportern das Logistikgeschäft auszubauen. UPS und FedEx sind alarmiert.

Insgesamt 20.000 Kleintransporter stehen auf dem Amazon-Bestellschein bei Daimler. Die Fahrzeuge werden laut Daimler-Unternehmensmitteilung für das neue „Delivery Service Partner“-Programm“ von Amazon produziert. Amazon sei damit der weltweit größte Sprinter-Kunde.

Die Autos stammen aus Daimlers neuem Sprinter-Werk in North Charleston, das jetzt in Betrieb genommen wurde. Im Rahmen der Strategie „Mercedes Benz Vans goes global“ habe Daimler rund 500 Millionen Dollar in das Werk mit eigenem Karosserierohbau, Lackierung und Endmontage investiert.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Selbst Anführer sein

Und was plant Amazon? Kleinunternehmer sollen als „Delivery Service Partner“ zwischen 20 und 40 Fahrzeuge mieten und unter dem Amazon-Logo Pakete zustellen. Wie Amazon auf der Homepage mitteilt, sollen bereits 10.000 Dollar Anfangsinvestition genügen, um ein eigenes Geschäft zu starten: „Be a great leader and earn the rewards“ (Etwa: „Sei ein großer Anführer und streiche die Belohnung ein“), heißt es dazu bei Amazon.

FedEx-Mitarbeiter beläd einen Lieferwagen in Kansas City

FedEx-Mitarbeiter beläd einen Lieferwagen. | Quelle: picture-alliance/dpa

Das Umsatzpotenzial schätzt der Online-Handels-Gigant je nach Lage des Geschäfts auf eine bis 4,5 Millionen Dollar ein. Unter dem Strich seien zwischen 75.000 und 300.000 Dollar für die Unternehmer drin. Hat nicht ein Jeff Bezos auch einmal klein angefangen?

Erst die USA und dann der Globus

Die Business-Maschine Bezos verfolgt mit diesem Konzept konsequent die Strategie weiter, einen eigenen Zustelldienst aufzubauen. Amazon verschärft damit die Konkurrenz auf dem ohnehin hart umkämpften Logistikmarkt weiter. Zunächst müssen sich vor allem FedEx und UPS Gedanken machen.

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UPS

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Die Post-Tochter DHL ist in den USA in eher kleinerem Rahmen vertreten. Sie bietet einen Service in einigen Großstädten an, je nach Erfolg dürfte eine Ausweitung wohl Teil des Plans sein. Aber bei den USA wird es Bezos mit Sicherheit nicht belassen wollen.

ts

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Jeff Bezos als Kind

Der Junge aus Albuquerque
Jeffrey "Jeff" Preston Jorgensen kam am 12. Januar 1964 in Albuquerque in New Mexico zur Welt. Nach einem Jahr trennte sich seine Mutter Jacklyn Gise von Jeffs Vater, dem Zirkusartisten Ted Jorgensen. Als Jeff vier Jahre alt war, heiratete seine Mutter den kubanischen Immigranten Miguel Bezos. Mit ihm bekam sie zwei weitere Kinder: Christina und Mark. Miguel Bezos adoptierte Jeff. Das erfuhr er mit zehn Jahren - doch...