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Die Daimler-Geschichte Galerie

1883: Gründung Benz & Cie.

Im Jahr 1883 gründet der Ingenieur Carl Benz (1844-1929) die "Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik in Mannheim" zusammen mit Max Caspar Rose und Friedrich Wilhelm Eßlinger. Durch sein neues Unternehmen sieht Benz bessere Möglichkeiten, um den zuvor entwickelten, ersten funktionierenden Zweitaktmotor zu vermarkten. Schnell werden 800 Stationärmotoren verkauft.

Die Daimler-Geschichte Galerie

1883: Gründung Benz & Cie.

Im Jahr 1883 gründet der Ingenieur Carl Benz (1844-1929) die "Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik in Mannheim" zusammen mit Max Caspar Rose und Friedrich Wilhelm Eßlinger. Durch sein neues Unternehmen sieht Benz bessere Möglichkeiten, um den zuvor entwickelten, ersten funktionierenden Zweitaktmotor zu vermarkten. Schnell werden 800 Stationärmotoren verkauft.

1884: Der Standuhr-Motor

Zwei andere Ingenieure sind Benz dicht auf den Fersen:
Gottlieb Daimler (1834-1900) und Wilhelm Maybach (1846-1929).
Genau wie Benz wollen sie ein Automobil mit Verbrennungsmotor entwickeln. Dazu muss der Motor kompakt und leicht sein. Daimler und Maybach entwickeln einen Versuchsmotor mit stehendem Zylinder, der aufgrund seines Aussehens als "Standuhr" bezeichnet wird. Seine Leistung beträgt in der ersten Ausführung etwa 1 PS (0,8 kW) bei 600 Umdrehungen.

1885: Benz Patent-Motorwagen Nummer 1

Ein Jahr später ist der Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 fertig entwickelt. Das Fahrzeug hat einen Verbrennungsmotor mit einer Leistung von 0,75 PS (0,55 kW). Am 29. Januar 1886 meldet Carl Benz sein "Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb" zum Patent an. Die Patentschrift DRP 37435 gilt somit als die Geburtsurkunde des Automobils.

Die erste Probefahrt in der Öffentlichkeit erfolgt am 3. Juli 1886 in Mannheim. Carl Benz hat ihn als Dreirad entwickelt, weil ihn die Lenkungssysteme, wie sie 1886 für vierrädrige Fahrzeuge üblich sind, nicht zufriedenstellen.

1886: Daimler Motorkutsche

1886 stellt Gottlieb Daimler die Motorkutsche mit einer überarbeiteten Version des "Standuhr"-Motors vor. Sie gilt als das erste vierrädrige Automobil der Welt. Daimler und Maybach haben in eine herkömmliche Kutsche ihren "Standuhr"-Motor eingebaut.

Mit einem Hubraum von 462 Kubikzentimetern erzeugt er bei 650 Umdrehungen pro Minute 1,1 bis 1,5 PS und bringt die Motor-Kutsche auf eine Höchstgeschwindigkeit von 18 Kilometern in der Stunde.

1888: Die erste Fernfahrt von Bertha Benz

Benz entwickelt seine Automobile unablässig weiter. Doch die Kundschaft ist noch zurückhaltend. Daher unternimmt Bertha Benz, die Ehefrau von Carl Benz, im August eine insgesamt 180 Kilometer lange Ausfahrt mit dem Benz Patent-Motorwagen Nummer 3 - von Mannheim nach Pforzheim und zurück. Mit dabei sind ihre Söhne Eugen (15) und Richard (14). Ihr Mann weiß nichts davon.

1890: Gründung der Daimler-Motoren-Gesellschaft

Im November 1890 gründet Gottlieb Daimler zusammen mit Max Duttenhofer und Wilhelm Lorenz die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) in Cannstatt, heute ein Stadtteil von Stuttgart. Zusammen mit Benz & Cie. bildet sie die Keimzelle der späteren Daimler-Benz AG.

1894 Benz Velociped

Doch zurück zu Carl Benz. 1894 präsentiert der geniale Erfinder den Benz Patent-Motorwagen Velo (kurz Benz Velo genannt), das erste in Serie produzierte Auto.

Ein Jahr zuvor hatte Benz die Achsschenkellenkung erfunden, so dass der Benz Velo als vierrädriges Fahrzeug erscheint. Zunächst müssen zwei Vorwärtsgänge reichen, später gibt es derer sogar drei und auch einen Rückwärtsgang.

Insgesamt werden rund 1.200 Exemplare gefertigt. Damit ist der Velo das erste Großserien-Automobil überhaupt.

Um die Jahrhundertwende ist Benz & Cie. die größte Automobilfirma der Welt.

1901: Mercedes 35 PS

Ein Jahr nach dem Tod von Gottlieb Daimler stellt die Daimler-Motoren-Gesellschaft 1901 den Sportwagen Mercedes 35 PS vor. Zuvor hatte der Autohändler und Konsul Emil Jellinek gleich Dutzende Einheiten bestellt. Wie von Jellinek gewünscht, tragen die Kühler den spanischen Namen "Mercedes" ("die Gnadenreiche"). Namensgeberin ist seine geliebte Tochter Mercédès Jellinek. 1902 lässt sich die DMG den Markennamen "Mercedes" patentieren.

Mercédès Jellinek wird bis zu ihrem Tod im Jahr 1929 nie ein Auto besessen haben.

1909: Mercedes Stern

Nachdem der Name "Mercedes" am Markt etabliert ist, benötigt DMG noch ein Markenzeichen. Man entscheidet sich für den Stern. Der Dreizack steht auch heute noch für: "Mobilität zu Land, zu Wasser und in der Luft."

1914-1919: Der erste Weltkrieg und die Folgen

Durch den Ersten Weltkrieg ändert sich die Ausrichtung der beiden Unternehmen. Militärische Aufträge werden immer wichtiger, private treten in den Hintergrund. Anstatt hauptsächlich Automobile und Nutzfahrzeuge zu produzieren, entwickelten sich Benz und Daimler in dieser Zeit zu den größten Flugmotorenherstellern in Deutschland.

Das Kriegsende stellt die deutsche Automobilindustrie vor große Herausforderungen. In den Jahren von 1914 bis 1919 war kaum Entwicklungsarbeit für zivile Produkte geleistet worden. Gleichzeitig nimmt die Konkurrenz im Automobilbereich deutlich zu. Beispielweise begünstigt der Friedensvertrag das Vordringen ausländischer Produzenten wie der Ford Motor Company auf dem heimischen Markt.

1923: Mercedes-Fahrräder

Als Reaktion auf den schwierigen Automobilmarkt in der Nachkriegszeit entschließt sich DMG, in neue Produktbereiche zu expandieren. Man stellt auch Fahrräder her. Auch an die Produktion von Schreibmaschinen wird gedacht.

1926: Fusion zur Daimler-Benz AG

Am 28. Juni 1926 schließen sich Benz & Cie. und die Daimler-Motoren-Gesellschaft zur Daimler-Benz AG mit Sitz in Berlin zusammen. Seit dieser Zeit stellt die Deutsche Bank stets den Vorsitzenden des Aufsichtsrats bei Daimler-Benz.

Gottlieb Daimler und Carl Benz haben sich in ihrem Leben nie persönlich kennen gelernt.

1926: Baureihe W-06

In den Zwanziger Jahren macht der Fahrzeugbau große Fortschritte.
Ab 1926 wird der Kompressor-Sportwagen der Baureihe W-06 in den Versionen S, SS und SSK auf den Markt gebracht. Der Hubraum der Motoren liegt bei bis zu 7,1 Litern und die Höchstgeschwindigkeit bei 185 km/h.

1931: Mercedes-Benz 170

Die Weltwirtschaftskrise ab Ende der 1920er Jahre hinterlässt tiefe Spuren in der Automobilindustrie. Mercedes-Benz reagiert mit einem eher kleinen Pkw auf die schwache Nachfrage. Der Mercedes-Benz 170 mit 1,7-Liter-Motor wird im Herbst 1931 vorgestellt. Es ist mit 4.400 Reichsmark etwa ein Viertel billiger als das bis dahin preisgünstigste Modell der Marke.

Zweiter Weltkrieg

Ab der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre wirft der nahende Zweite Weltkrieg einen dunklen Schatten auf Daimler. Die Produktion von Rüstungsgütern wie des Lastwagens LG 3000 und Flugmotoren wie des DB 600 und DB 601 wird forciert. Ende 1942 wird die Produktion von Pkws fast vollständig eingestellt. Mit Hilfe von Zwangsarbeitern wie Kriegsgefangenen, verschleppten Zivilisten oder Häftlingen aus Konzentrationslagern wird die Produktion aufrecht erhalten.

1950: Übernahme des Unimogs

1950 übernimmt Daimler-Benz den Unimog (Akronym für "Universal-Motor-Gerät") von der Gebr. Boehringer GmbH in Göppingen. Zuvor hatte Daimler bereits die Motoren für dieses für landwirtschaftliche und militärische Zwecke konzipierte Allzweckfahrzeug geliefert. Heute wird der Unimog nur noch in der Türkei und im Mercedes-Benz-Werk Werk Wörth produziert.

1951: "Adenauer"-Mercedes 300

1951 bringt Daimler-Benz den das Modell 300 (Baureihe W 186) auf den Markt. Besondere Prominenz erlangt das Oberklasse-Modell mit Sechszylinder-Reihenmotor als Dienstwagen des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer.

Aufbau der internationalen Produktion

Im Zuge der internationalen Expansion beginnt Daimler-Benz ab dem Jahr 1952 Produktionsstätten außerhalb Deutschlands zu eröffnen. Später ist der Konzern in Argentinien, Brasilien, Indien, im Iran, in Südafrika und der Türkei mit einer eigenen Produktion vertreten.

1954: Vorstellung des 300 SL Flügeltürers

Besonders spektakulär fällt der Roadster 300 SL aus, der mit seinen Flügeltüren zum Traumauto einer ganzen Generation wird. Das Modell festigt insbesondere auch das Ansehen von Daimler-Benz auf dem immer wichtiger werdenden US-Markt.

Gut erhaltene Exemplare werden heute mit einer Million Euro und mehr gehandelt.

1958: Übernahme Auto-Union

Mitte der 1950er Jahre überstieg die Nachfrage nach Mercedes-Benz-Pkw die Produktionsmöglichkeiten des Unternehmens. Um die benötigte Kapazitätserweiterung zu gewährleisten und auf Drängen des Daimler-Benz-Großaktionärs Friedrich Flick übernehmen die Stuttgarter im Jahr 1958 den damals fünftgrößten deutschen Autohersteller Auto-Union. Die beiden Auto-Union-Großanteilseigner Friedrich Flick und Ernst Göhner verkaufen je 41 Prozent ihrer GmbH-Anteile an Daimler-Benz. Ab Dezember 1959 ist Daimler-Benz alleiniger Eigentümer.
Nur fünf Jahre später übernimmt Volkswagen die Auto-Union.

1959: Gescheiterte Übernahme von BMW

Im Zuge der Expansion wirft Daimler auch ein Auge auf den Konkurrenten BMW. Ende der fünfziger Jahre fährt BMW hohe Verluste ein. Daimler-Benz will die Gesellschaft auf der Hauptversammlung am 9. Dezember 1959 übernehmen. Doch die BMW-Aktionäre und weitere Interessengruppen verhindern das erfolgreich.

1961: Heckflossen-Mercedes mit Knautschzonen

Ende der fünfziger Jahre setzt sich das Heckflossen-Design in Amerika durch. Da will Mercedes nicht abseits stehen und bringt die Modellreihe 110 auf den Markt. Diese gilt als ein Meilenstein auf dem Gebiet der automobilen Sicherheit. Erstmals wurde das Konzept der Knautschzonen an Bug und Heck in Verbindung mit einer festen Fahrgastzelle realisiert. Das Konzept wurde von dem genialen Ingenieur Béla Barényi entwickelt, auch der "Sicherheits-Papst" genannt.

1972: Mercedes S-Klasse

1972 präsentiert Mercedes die Oberklasselimousine S-Klasse (Sonderklasse). Die neue Modellreihe ist nicht nur besonders luxuriös, sondern auch besonders sicher. In dieser Generation und den folgenden werden erstmals überhaupt Airbags, ABS und ESP angeboten. Sicherheitsmerkmale, die aus modernen Autos nicht mehr wegzudenken sind.

1982: Mercedes 190

1982 präsentiert Mercedes den 190er - inoffiziell auch „Baby-Benz“ genannt. Mit ihm will Mercedes im Bereich der kompakteren Fahrzeuge expandieren. Das Modell zeichnet der legendäre Mercedes-Designer Bruno Sacco extrem progressiv - im Vergleich zu den bis dato erhältlichen Modellen wie die damalige Mittelklasse W 123. Auf Chrom wird größtenteils verzichtet. Die traditionelle Mercedes-Kundschaft lehnt das Modell zunächst überwiegend ab. Das unter der Leitung des damaligen Entwicklungschefs Werner Breitschwerdt entwickelte Modell wird dennoch ein riesiger Erfolg. In knapp elf Jahren werden mehr als 1,8 Millionen Einheiten gefertigt.

ab 1984: Diversifizierung

Mitte der achtziger Jahre läuft für Mercedes nicht alles nach Wunsch. Noch immer gezeichnet von der Ölkrise will der damalige Finanzvorstand und spätere Vorstandsvorsitzenden Edzard Reuter Daimler-Benz breiter aufstellen. Man kauft die Flugzeughersteller Dornier, den Elektrokonzern AEG und den Luft- und Raumfahrt- sowie Rüstungskonzern MBB. Gut ein Jahrzehnt wird das Konglomerat wieder aufgespalten.

1994: Rückkehr in die Formel Eins

1994 erfüllt Mercedes-Benz einen jahrzehntelang gehegten Wunsch vieler Motorsport-Fans und kehrt in die Formel Eins zurück - zunächst in mit Kooperation mit Peter Sauber. Nach einem Jahr wird zusammen mit Ron Dennis das Team McLaren-Mercedes gegründet. Man erreicht drei Fahrer-Weltmeisterschaften (1998, 1999 und 2008) sowie die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft 1998. Zur Saison 2010 setzt Mercedes-Benz wieder auf ein eigenes Werksteam. In den Jahren 2014, 2015, 2016, 2017 und 2018 gewinnt man die Fahrer- und Konstrukteurs-WM.

1997: Elchtest A-Klasse

1997 geht die A-Klasse in Produktion. Erstmals ist Daimler-Benz damit im Kleinwagensegment aktiv, um neue Kundenkreise an die Marke heranzuführen. Ein halbes Jahr nach dem Start dann der Super-Gau: Die Tester der schwedischen Zeitschrift "Teknikens Värld" legen das Modell beim so genannten "Elchtest" auf die Seite. Das Auto bleibt schließlich auf dem Dach liegen. Als Konsequenz baut Daimler-Benz serienmäßig das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) ein und rüstet bis dato gebaute Fahrzeuge kostenlos nach.

1998: DaimlerChrysler AG

Ende der Neunziger will man sich wieder ganz auf den Automobilbau konzentrieren. Es folgt der Zusammenschluss mit Chrysler. Daimler-Chef Jürgen Schrempp verspricht eine "Hochzeit im Himmel" Himmlisch ist allerdings nur die Gehaltssteigerung bei Schrempp. Erhält er im Jahr 1998 nur 1,4 Millionen Euro, sind es 2003 bereits inklusive Aktienoptionen 10,8 Millionen Euro.

2002: Maybach 57

Im Jahr 2002 belebt Daimler die Marke "Maybach" wieder - nach 61 Jahren Pause. Durch die Übernahmen von Rolls-Royce durch die BMW Group und Bentley durch VW sieht sich DaimlerChrysler unter Zugzwang.

Die Typenbezeichnungen 57 und 62 beziehen sich auf die Fahrzeuglängen in Dezimetern (etwa 5,70 m und 6,20 m). Die neuen Modelle richten sich an superreiche Autofahrer, denen die S-Klasse nicht nobel genug ist.

2007: Trennung von Chrysler, die Daimler AG entsteht

Der Zusammenschluss von Daimler-Benz und Chrysler entwickelt sich im Laufe der Jahre zu einer "Hochzeit des Grauens". Neun Jahre später wird die Ehe geschieden. Der Ausflug von Schrempp hat seinen Arbeitgeber geschätzt rund 40 Milliarden Euro gekostet. Am Ende verkauft Daimler die Mehrheit an Chrysler an den Finanzinvestor Cerberus für 5,5 Milliarden Euro.

Nach dem Ende der DaimlerChrysler AG benennt sich die Gesellschaft in Daimler AG um. Der Name Benz wird nicht reanimiert, was damals im badischen Teil Baden-Württembergs für einige Irritationen sorgt. Schließlich war Carl Benz Badener und Gottlieb Daimler Württemberger.

Inzwischen ist die Daimler AG in ganz neue Dimensionen gewachsen. Im Jahr 2018 setzte das Unternehmen 167 Milliarden Euro um und verdiente rund 7,5 Milliarden Euro.