Dieter Zetsche (l), scheidender Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, und sein Nachfolger Ola Källenius

Jahresbericht vorgelegt Daimler-Chef Källenius verdient weniger als Zetsche

Stand: 21.02.2020, 14:51 Uhr

Das schwache Ergebnis des vergangenen Jahres dämpft auch die Vergütung der Daimler-Vorstände. Einzige Ausnahme ist Konzernchef Ola Källenius. Doch auch er bekommt weniger als sein Vorgänger.

So zahlte Daimler an Vorstandschef Ola Källenius, der im Mai Nachfolger von Dieter Zetsche wurde, im vergangenen Jahr rund 3,5 Millionen Euro, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Zetsche bekam für die etwas mehr als fünf Monate an der Spitze des Autokonzerns im vergangenen Jahr rund 3,8 Millionen Euro. 

Weil ein Teil ihrer Einkünfte an die Geschäftsentwicklung gekoppelt ist, bekommt die aktuelle Führungsriege des Autobauers für 2019 wie schon 2018 weniger Geld. Die Zahlen sind jedoch nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar, weil einige Posten 2019 neu besetzt wurden.

Weniger Vorstände

So erhielt der gesamte Daimler-Vorstand im vergangenen Jahr Bezüge in Höhe von 23,1 Millionen Euro, fast genauso viel wie 2018, als die Gesamtsumme der Vergütungen bei 23,3 Millionen Euro lag. Allerdings musste Daimler 2018 nur acht Vorstände bezahlen. 2019 haben Zetsche und der langjährige Finanzchef Bodo Uebber das Unternehmen verlassen.

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Die Vergütung der Vorstände setzt sich aus fixen und variablen Teilen zusammen, die sich auch am operativen Ergebnis und am Erreichen festgelegter Ziele orientieren. Die einzelnen Vergütungselemente werden auch nicht alle sofort, sondern teilweise über mehrere Jahre hinweg ausgezahlt. Dadurch kann sich der Wert auch noch ändern. Daimler hatte 2019 ein operatives Ergebnis von 4,3 Milliarden Euro erwirtschaftet - fast sieben Milliarden weniger als 2018. Angestrebt waren ursprünglich 13,5 Milliarden.

Führungsmannschaft neu aufgestellt

Gestern hatte der Konzern bekannt gegeben, seine Führungsmannschaft neu aufstellen zu wollen. Die zuletzt schwächsten Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars und Vans werden künftig stärker von der Konzernspitze gelenkt.

"Ziel ist, durch eine engere und effizientere Zusammenarbeit die Entwicklungs- und Produktionsprozesse von Fahrzeugen, Technologien und Dienstleistungen zu verbessern", teilte der Autobauer mit. Daimler wolle mit der zum 1. April geltenden Änderung der Organisationsstruktur "heute handeln, um auch morgen fit im globalen Wettbewerb zu sein", erklärte Aufsichtsratschef Manfred Bischoff.

lg