Daimler E-Klasse

Neue Holdingsstruktur Daimler: Aus fünf mach drei

Stand: 16.10.2017, 14:05 Uhr

Seit Monaten prüft Daimler, wie der Konzern effizienter strukturiert werden kann. Jetzt gibt es erste Ergebnisse.

Neben der bereits eigenständigen Finanzsparte sollen auch die Geschäftsfelder Mercedes-Benz Pkw und Vans sowie Lkws und Busse auf rechtliche eigenständige Beine gestellt werden. Wie der Dax-Konzern heute mitteilte hat der Vorstand beschlossen, für erste Schritte hin zu einer Holdingstruktur einen dreistelligen Millionenbetrag zu investieren. In einem Eckpunktepapier zum Interessenausgleich für die Mitarbeiter sei dazu eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2029 festgelegt worden.

Der Autobauer hatte im Juli bereits angekündigt, zu prüfen, ob es sinnvoll ist, die bisher fünf Divisionen in rechtlich eigenständigen Töchtern zusammenzufassen. Der Verkauf einer dieser Sparten, etwa an der Börse, sei nicht vorgesehen, versichert der Konzern. Zudem sei noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Auch hat sich der Aufsichtsrat noch nicht mit den Plänen befasst.

Nicht vor 2019

Besucher schauen sich einen Maybach 6 vor der Daimler-Hauptversammlung 2017 an

Daimler-Hauptversammlung 2017. | Bildquelle: picture alliance / Soeren Stache/dpa

"Mit dem Projekt schaffen wir die Voraussetzung für eine größere Kunden- und Marktnähe und damit mehr Wachstumschancen", sagte Finanzchef Bodo Uebber. Die drei Geschäftsfelder - inklusive der Finanzsparte - sollen ihren Sitz weiterhin in Deutschland haben.

Bis zur endgültigen Entscheidung ist es aber noch etwas hin. Sollten sich Vorstand und Aufsichtsrat endgültig für die Umsetzung der neuen Konzernstruktur entscheiden, müssen die Aktionäre auf der Hauptversammlung zustimmen. Das könnte frühestens auf dem Aktionärstreffen im Jahr 2019 erfolgen.

Beschäftigungssicherung bis 2029

Mit den Arbeitnehmern hat sich das Unternehmen für den Fall aber bereits auf ein Eckpunktepapier geeinigt - die Beschäftigungssicherung soll um zehn Jahre bis Ende 2029 verlängert werden. Basis der Pläne ist eine Machbarkeitsstudie, die der Vorstand für das weitere Vorgehen nun abgesegnet hat.

Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht zeigte sich besonders über die Jobsicherung im Rahmen der möglichen neuen Struktur erfreut. "Das ist ein echter Verhandlungserfolg", sagte er. Zudem will der Konzern nach Angaben des Betriebsrats in den nächsten sieben Jahren 35 Milliarden Euro in die deutschen Standorte investieren.

Aktie reagiert kaum

Darüber hinaus will Daimler im vierten Quartal rund drei Milliarden Euro in das Pensionsvermögen des Konzerns einzahlen. Das bisherige Ziel, den freien Bargeldzufluss im Industriegeschäft des Konzerns gegenüber dem Vorjahr leicht zu steigern, gelte nun ohne diese Zahlung.

Die Börse reagiert verhalten auf die Ankündigung. Die seit Jahren zwischen 60 und 70 Euro schwankende Daimler-Aktie legt zuletzt um ein halbes Prozent zu.

lg