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Milliardengewinn Dafür wird Donald Trump Amazon noch mehr hassen

Stand: 27.04.2018, 07:30 Uhr

Amazon hat beeindruckende Quartalszahlen vorgelegt. Nicht nur der Umsatz wuchs gigantisch, auch bei den Gewinnen geht es steil nach oben. Die Börse jubelt.

Die Amazon-Aktie kletterte im nachbörslichen Handel um 6,8 Prozent auf 1.621 Dollar. Das war der höchste jemals erreicht Stand. Die Anleger reagieren damit auf einen Umsatzzuwachs im ersten Quartal um 43 Prozent auf 51 Milliarden Dollar. Der Gewinn konnte von 724 auf 1,6 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt werden. Damit wurde erneut die Milliardenmarke geknackt, was im Vorquartal erstmals gelungen war.

Cloud-Geschäft boomt

Als großer Wachstumstreiber erwies sich im vergangenen Quartal erneut Amazons gewerbliche Cloud-Sparte AWS, die Rechenkapazitäten auf externen Servern bereitstellt und Kunden damit eine Plattform bietet, über die diese ihre IT abwickeln können. Zum anderen wird die dafür nötige Software verkauft. Die Sparte, die unter anderem mit Angeboten von Google und Microsoft konkurriert, steigerte ihren Umsatz im ersten Quartal um 49 Prozent auf 5,44 Milliarden Dollar. In diesem sehr profitablen Geschäftsfeld nahm der Umsatz um 49 Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar zu. AWS habe "den ungewöhnlichen Vorteil eines siebenjährigen Vorsprungs" vor der Konkurrenz, sagte Bezos.

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Für eine Überraschung sorgte Finanzchef Brian Olsavsky nach Vorlage der Quartalszahlen in einer Konferenz mit Analysten. Erstmals seit März 2014 sollen am 11. Mai die Preise des Abo-Service Prime für Neukunden steigen - und zwar um 20 Prozent von 99 auf 119 Dollar pro Jahr. Ob das auch außerhalb der USA gilt, blieb zunächst unklar. Erst vor kurzem hatte der Konzern mitgeteilt, weltweit über 100 Millionen Abonnenten für den Prime-Service zu haben.

Trump dürfte kochen

Erfolg sei "die beste Rache, die Bezos an den Behörden nehmen" könne, dafür, dass diese ihn wegen der Steuerzahlungen unter Druck setzten, sagte Analyst Michael Pachter vom Finanzberater Wedbush Securities. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt wiederholt Amazon wegen der Versandgebühren, die der Konzern an die US-Post zahlt, und seiner Steuerpraxis angegriffen. Neben dem Quartalsbericht gab Amazon bekannt, dass der Streaming-Dienst Prime Video in der Saison 2018 und 2019 jeweils die Abendspiele der US-Football-Liga NFL am Donnerstag zeigen wird.

ME

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