Cyan Digital Security AG

Durchwachsenes Börsendebüt Cyan, die Aktie für den Cybersecurity-Boom

Stand: 28.03.2018, 14:51 Uhr

Das Börsenleben beginnt für die Cyan-Aktie mäßig. Im Vorfeld hatten sich Anleger aber um das Papier gerissen. Das Zauberwort Cybersecurity lockt.

Im Vorfeld des Börsenganges sind die Aktien von Cyan bei Investoren gut angekommen. Deshalb konnte der IT-Sicherheitsspezialist die Papiere auch zum Höchstpreis loswerden. Er gab sie für 23,00 Euro je Aktie aus und damit am oberen Ende der Preisspanne von 20 Euro bis 23 Euro. Zu diesem Preis war der Börsengang 2,7-fach überzeichnet.

Am heutigen ersten Börsentag lief es aber nur mäßig. Der erste Kurs lag am Mittwoch bei 23,20 Euro und damit knapp über dem Ausgabepreis, die Aktie fiel in dem schwachen Börsenumfeld sogar darunter. Allerdings konnte sie sich auch wieder erholen und bis auf 23,90 Euro zulegen.

Gewappnet für die Cyber-Attacke

Cyan brachte 1,38 Millionen Aktien bei Investoren unter. Alle stammen aus einer Kapitalerhöhung, das heißt, die Altaktionäre haben sich nicht von Papieren getrennt. Der gesamte Emissionserlös von 31,7 Millionen Euro floss dem Unternehmen zu, inklusive dem sogenannten Greenshoe, einem Extra-Aktienpaket, das bei starker Nachfrage aktiviert wird. Die Marktbewertung liegt bei etwa 193 Millionen Euro.

Einen Teil des Geldes hat Cyan bereits für einen Zukauf ausgegeben. Der Rest soll ins Wachstum, vor allem in Europa, gesteckt werden. Cyan ist in einem Wachstumsmarkt aktiv. Das Unternehmen bietet Mobilfunkanbietern, Banken und Versicherungen Sicherheitslösungen für den Schutz des mobilen Datenverkehrs ihrer Kunden an. In Zeiten zunehmender mobiler Nutzung von Mails, Banking und Shopping und steigender Cyber-Attacken ein Riesen-Geschäft. Cyan muss aber kräftig wachsen, um bei dem Wachstumstempo mitzuhalten. Aktuell reicht die Mitarbeiterzahl nach eigenem Bekunden nicht, um alle Aufträge abzuarbeiten.

Mehr Geld für die Vertriebsmannschaft

Mit dem Geld aus dem Börsengang will Cyan den Engpass beheben und zum Beispiel seine Vertriebsmannschaft vergrößern. Aktuell befinde man sich in fortgeschrittenen Verhandlungen mit mehr als 40 potenziellen neuen B2B-Partnern, jeder sei für mehrere Millionen Euro Umsatz, teils sogar zweistellige Umsätze, gut.

Der Börsengang erfolgte im Einstiegssegment Scale der Deutschen Börse, das kleinen und mittelgroßen Unternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern soll. Er wurde von Hauck & Aufhäuser und Mainfirst begleitet.

Schlechte Börsenstimmung

Zuletzt gab es mehrere prominente Börsengänge in Deutschland. Vorigen Freitag brachte die Deutsche Bank ihre Fondstochter DWS aufs Parkett. Eine Woche davor feierte Healthineers, die Medizintechnik-Sparte von Siemens, ihren Börseneinstand.

Während die DWS-Aktien seit dem Börsenstart kaum vom Fleck kamen, entwickelten sich die Healthineers-Papiere erfreulich.

bs

Die größten deutschen Börsengänge

In den vergangenen drei Jahrzehnten gab es eine Reihe von milliardenschweren Börsengängen auf dem Frankfurter Parkett. Für Furore sorgte vor allem die Deutsche Telekom. Doch auch andere renommierte Adressen finden sich in der Mega-IPO-Hitparade.

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Deutsche Telekom ganz vorn [Chartserie vom 16.3.18]

<b>Deutsche Telekom</b><br />Wer Börsengang hört, der denkt vor allem an die Deutsche Telekom. Der einstige Telefon-Monopolist ging 1996 an die Frankfurter Börse und platzierte 713 Millionen "T-Aktien" zum Ausgabekurs von 28,50 DM (14,57 Euro). Wer die Volksaktien damals kaufte, kann sich bis heute über einen mickrigen Kursgewinn von drei Prozent und konstante Dividendenausschüttungen freuen. Mit einem Volumen von 10,6 Milliarden Euro ist die erste Tranche der Telekom bis heute der mit Abstand größte Börsengang in Deutschland.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre

Deutsche Telekom
Wer Börsengang hört, der denkt vor allem an die Deutsche Telekom. Der einstige Telefon-Monopolist ging 1996 an die Frankfurter Börse und platzierte 713 Millionen "T-Aktien" zum Ausgabekurs von 28,50 DM (14,57 Euro). Wer die Volksaktien damals kaufte, kann sich bis heute über einen mickrigen Kursgewinn von drei Prozent und konstante Dividendenausschüttungen freuen. Mit einem Volumen von 10,6 Milliarden Euro ist die erste Tranche der Telekom bis heute der mit Abstand größte Börsengang in Deutschland.